Stomausfälle drohen: Viele Solaranlagen haben Nachrüstungsbedarf
Wie das Magazin “Spiegel Online” unter Berufung auf Informationen aus einem Gutachten der Bundesregierung berichtet, müssen viele Solaranlagen in Deutschland überholt werden, um die Energiewende tatsächlich zu realisieren. Demnach geht aus dem “Erfahrungsbericht Erneuerbare Energien” der Bundesregierung und noch einem Gutachten des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtech- nik (IWES) hervor, dass die Mehrheit der in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen vor der Einleitung der Energiewende nachgerüstet werden müssen, um einen großflächigen Stromausfall zu verhindern.
Der Grund für den Nachrüstbedarf liegt in der automatischen Abschaltung handelsüblicher PV-Anlagen bei einer Frequenz von über 50,2 Hertz im Stromnetz. Bei starkem Sonnenschein könnte dies kritisch werden, da dann die Solarzellen kurzfristig massiv zum Stromangebot beitragen. Kommt es dann zu einer Schnellabschaltung könnten der Fraunhofer- Studie zufolge innerhalb kürzester Zeit im gesamten Bundesgebiet mehrere Gigawatt Strom plötzlich wegfallen. Dies würde Störungen im Stromnetz zur Folge haben, die zu “großräumigen Versorgungsausfällen” führen könnten, so das Ergebnis der Studie.
Die Experten fordern deshalb die technische Nachrüstung bei einem Großteil der bestehenden PV-Anlagen, so dass eine Frequenzerhöhung besser aufgefangen werden kann. Laut dem Bericht von “Spiegel Online” will die Bundesregierung dies unterstützen und plant ein entsprechendes Gesetz, nachdem eine Nachrüstung verpflichtend wird. Das Fraunhofer Institut schätzt, dass eine entsprechende Nachrüstung der Photovoltaik- Anlagen je Anlage rund 200 Euro kosten würde.
Aktuell gibt es in Deutschland ungefähr 800.000 Photovoltaik-Anlagen - mit stark steigender Tendenz. So ergab eine repräsentative Umfrage des BSW-Solar, dass inzwischen mehr als 6 Millionen Menschen hierzulande Solarkraft nutzen und 62% der Deutschen ihren Strom selbst erzeugen oder dies am liebsten tun würden. 74% befürworten Solarenergie wegen dem Beitrag, den sie zum Umweltschutz leistet und für rund 69% ist es sehr wichtig, dass sie durch eine Photovoltaik-Anlage von den Energie- firmen nicht mehr so abhängig sind. Neben Deutschland und den USA sind auch Italien, Tschechien und Kapan die größten Photovoltaik-Märkte weltweit. Dies liegt nicht zuletzt an den stark gesunkenen Preisen für PV- Anlagen, die 2005 noch 40% mehr kosteten. Experten gehen davon aus, dass die Preise bis 2015 noch um weitere 40% sinken. (mh)




