Weltklimarat optimistisch für Ausbau erneuerbarer Energien
Nach Einschätzungen des Weltklimarats (”Intergovernmental Panel on Climate Change”, IPCC) kann der Großteil des weltweiten Energiebedarfs bis zum Jahr 2050 aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden. Das geht aus einem Entwurf eines Berichts des IPCC hervor, der am Anfang der Woche in Abu Dhabi in einer Kurzfassung vorgestellt werden soll, wo im Moment eine Klimakonferenz mit Vertretern von über 100 Staaten läuft. Der Gesamtbericht namens “Special Report on Renewable Energy Sources and Climate Change Mitigation” (SRREN), soll auch am 16. Mai in Berlin präsentiert werden.
Für den Bericht, der der französischen Nachrichtenagentur “AFP” vorab vorlag, wurden von 100 internationalen Forschern 164 politische und wirtschaftliche Szenarien simuliert und durchgerechnet. Unter der Maßgabe, die Emissionen von klimaschädlichen Treibhausgasen zu reduzieren, sollte so das Potenzial der Erneuerbaren beziffert werden.
Dem Bericht zufolge könnten drei Viertel des Energiebedarfs durch die durch Biomasse, Sonnen-, Wind- und Wasserkraft gewonnene Energie gedeckt werden - vorausgesetzt, der politische Wille hierfür ist gegeben. Aktuell seien die staatliche Förderung fossiler Brennstoffe und der Mangel an angemessenen Strukturen zur Entwicklung neuer Technologien, die größten Hindernisse, heißt es. Die UN-Experten fordern deshalb eine tiefgreifende Reform der bestehenden energetischen Systeme. Bis zum Jahr 2020 müssten hierfür umgerechnet zwischen 1 und 3,6 Billionen Euro, im darauffolgenden Jahrzehnt bis 2030 nochmal bis zu 5 Billionen Euro investiert werden. WWF-Experte Stephan Singer bewertet den Berichtsentwurf, der bereits vor der Atomkatastrophe in Fukushima verfasst wurde, als “unterm Strich gut”.
Der Weltklimarat wurde im Jahr 1988 von dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gegründet. Seine Aufgabe ist es, die Risiken des Klimawandels durch eine Analyse der aktuellen Forschungsarbeiten zu untersuchen und zu bewerten, seine Folgen abzuschätzen und mögliche Maßnahmen für Vermeidungs- und Anpasungsstrategien zu sammeln. Neben den etwa alle fünf Jahre veröffentlichten Sachstandsberichten, werden auch immer wieder Sonderberichte wie dieser veröffentlicht. Das Gremium wurde 2007 für seine Bemühungen, den Klimawandel in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, zusammen mit Ex-US-Vizepräsident Al Gore, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. (mh)




