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Ökostrom: Kunden wollen grünen Strom, achten aber selten auf nachhaltige Tarife

Ökostrom: Kunden wollen grünen Strom, achten aber selten auf nachhaltige Tarife
Laut dem Vergleichsportal "Check24" wechseln zwar viele Kunden zu Ökostrom-Tarifen, aber nur wenige achten auf deren Nachhaltigkeit. (Foto: © Sturm / Pixelio)

Nach dem Atomkatastrophe von Fukushima ist die Nachfrage nach Ökostrom sprunghaft angestiegen. Einigen deutsche Ökostrom-Anbieter vermeldeten im April eine Verfünffachung der Anfragen gegenüber den Monaten vor dem Atomunfall in Japan. Doch nicht jeder Ökostrom-Tarif beinhaltet auch wirklich echten grünen Strom. Bei einigen Tarifen kann es sich auch um umetikettierten Atomstrom handeln, andere Tarife sind nicht nachhaltig, da der Strom aus alten, bereits abgeschriebenen Anlagen stammt und die Betreiber nicht in den Bau von neuen Anlagen zur alternativen Stromerzeugung investieren. Das große Problem: Die Bezeichnung “Ökostrom” ist in Deutschland nicht geschützt. Verbrauchern bleibt nur die Möglichkeit, sich über die Anbieter zu informieren und auf die Ökostrom-Label zu achten.

Laut dem Vergleichsportal “Check24″ achten bislang nur wenig Kunden, die zu einem Ökostrom-Tarif wechseln, auf die Nachhaltigkeit des Tarifs. Wie das Portal mitgeteilt hat, wechselten im April 2011 77,7 Prozent aller Stromkunden, die über das Vergleichsportal einen neuen Stromversorger suchten, zu einem Ökostrom-Angebot. Allerdings entschieden sich nur 4,3 Prozent für einen nachhaltigen Tarif, bei dem der Anbieter einen Teil der Einnahmen für den Bau von neuen Anlagen investiert. 73,4 Prozent der Wechsler entschieden sich für einen Basis-Ökostromtarif. Am meisten achteten die Verbraucher aus Hamburg auf die Nachhaltigkeit des Tarifs. Hier achteten 9,4 der Wechselwilligen darauf, dass der Anbieter in neue Anlagen investiert. Danach kommt Baden-Württemberg mit 6,4 Prozent.

Im Osten des Landes wird noch wenig auf die Nachhaltigkeit des Ökostroms geachtet. So entschieden sich in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern keine Verbraucher für einen Tarif mit hohem Umweltnutzen. Experten empfehlen, bei der Wahl des Ökostrom-Tarifs auf die Label zu achten, mit denen der Tarif versehen ist. Als guter Wegweiser gelten die Siegel “Grüner Strom” und “ok power”. Bei Tarifen, die ausschließlich mit sogenannten RECS- oder TÜV-Zertifikaten versehen sind, sollte genauer hingesehen werden, ob die Anbieter in neue Anlagen investieren.

Auf Nummer sicher gehen: In Deutschland gibt es zur Zeit nur eine Handvoll Anbieter, die zu 100% Strom aus regenerativen Energiequellen anbieten und diese intensiv mit dem Bau von neuen Anlagen fördern. Dazu zählen Greenpeace Energy, LichtBlick, Naturstrom und die EWS Schönau. Bei der Wahl dieser Anbieter kann man ganz sicher sein, dass man zum einen 100% Strom aus regenerativen Energiequellen erhält und darüber hinaus auch noch aktiv zum Ausbau der Anlagen beiträgt. Den Wechsel-Rechner von “Check24″ finden Sie hier.