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Uni Duisburg-Essen: Elektromobilität ist machbar und sinnvoll

Uni Duisburg-Essen: Elektromobilität ist machbar und sinnvoll
Den Untersuchungen der Universität Duisburg-Essen zufolge ist ein Anteil von 10% Elektrofahrzeugen in Großstädten machbar und sinnvoll. (Foto: © Meyer / Pixelio)

Die erste Bestandsaufnahme der Universität Duisburg-Essen zum im Februar 2010 in Köln gestarteten Modellprojekt “cologneE-Mobil” ergab, dass Elektroautos ihren Zweck erfüllen und deshalb vollkommen alltagstauglich sind. So bestätigte Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen, dass Elektromobilität für Großstädte schon heute sowohl machbar als auch sinnvoll sei. Viele Bedenken wie die angeblichen hohen Kosten, der Energieverbrauch, die zu geringe Reichweite und die Sorge vor einer Überlastung des städtischen Stromnetzes stellten sich als weitgehend unbegründet heraus. Allerdings sind die Forschungen noch nicht abgeschlossen, sondern sollen noch bis zum Herbst 2011 fortgeführt werden.

Zusammen mit dem Autobauer Ford, dem Energieversorger RheinEnergie und der Stadt Köln, haben es sich insgesamt 50 Wissenschaftler der Uni Duisburg-Essen zur Aufgabe gemacht, zu untersuchen, ob Elektroautos in Großstädten schon jetzt sinnvoll sind. Das Projekt wird vom Bundes- verkehrsministerium unterstützt und umfasst reale Tests, detaillierte Verkehrsanalysen und aufwändige Simulationen, in denen ca. 10% des gesamten Kölner PKW-Aufkommens durch Elektroautos ersetzt werden. Das heißt, das täglich 33.370 Elektroautos durch Köln fahren.

Hierbei zeigte sich, dass ein Elektroauto im Durchschnitt drei Fahrten macht und 30 Kilometer zurücklegt, so dass eine Batterieladung (20 kWh) für vier Tage ausreicht. Die Simulationen haben außerdem bestätigt, dass es keiner zusätzlichen, teuren Infrastruktur bedarf, um den Anteil an Elektroautos in Großstädten zu erhöhen. In der Simulation werden die Autos über normale Haushaltssteckdosen aufgeladen, ein Ausbau des bestehenden Stromnetzes ist nicht erforderlich. Die 33.370 Fahrzeuge benötigen jährlich 56.575 Megawattstunden, was 3,2% des gesamten Energieverbrauchs aller Privathaushalte in Köln entspricht. Mit anderen Worten: Diese Menge belastet das Stromnetz nicht außergewöhnlich stark. Die Berechnungen haben außerdem ergeben, dass so zwischen 35% und 70% der CO2-Emissionen in Köln eingespart werden könnten.

Für die Fahrer von Elektroautos sind die “Treibstoffpreise” erheblich preisgünstiger als die für ein herkömmliches Auto und selbst wenn man eine Strompreiserhöhung von 25% zugrunde legt, wären die laufenden Kosten trotzdem noch um rund die Hälfte billiger als die eines normalen Benziners. Bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern und auf der Basis der derzeitigen Strom- und Benzinpreise kostet das Tanken eines Elektroautos demnach pro Jahr 622 Euro und das eines mit Benzin betriebenen Fahrzeugs 1597 Euro. Bei den Untersuchungen und Modell- rechnungen und den daraus bislang resultierenden Schlussfolgerungen sind allerdings die Preise der Fahrzeuge offenbar nicht berücksichtigt. Diese werden oftmals als einer der Hauptgründe dafür genannt, dass sich Elektromobilität bislang noch nicht recht durchsetzen konnte. (mh)