Studie: Verbraucher sind mit Energieversorgern unzufrieden
Immer mehr Verbraucher sind mit ihrem Energieversorger unzufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Link-Deutschland, die Anfang der Woche auf dem Euroforum-Kongress “Stadtwerke 2011″ vorgestellt wurde. Demnach plant jeder vierte Kunden in der nächsten Zeit seinen Energieversorger zu wechseln. Bislang war die Wechselbereitschaft der Kunden eher gering und betrug zumeist nur wenige Prozent. Nun wollen schon 25% der Verbraucher innerhalb von sechs Monate ihren Stromvertrag kündigen um zu einem neuen Anbieter zu wechseln. Der Hauptgrund für den Wechsel scheint der Studie zufolge nicht etwa ein zu hoher Strompreis zu sein, sondern vielmehr der Wunsch nach einem besseren Umweltschutz.
Rund 68 Prozent der Befragten gaben an, mit den Umweltschutz- bemühungen ihres Stromversorgers nicht zufrieden zu sein. Das passt auch zu der Wechselwelle nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima. Viele Verbraucher entschieden sich dazu, dem Atomstrom eine Absage zu erteilen und ab sofort auf Ökostrom zu setzen. Bei den Ökostrom-Anbietern gingen in den Wochen nach dem GAU in dem japanischen AKW erheblich mehr Anfragen ein, als vor dem Unfall.
Auch wenn immer mehr Verbraucher auf Ökostrom umsteigen, wählen nur sehr wenige einen nachhaltigen Tarif, der auch einen tatsächlichen Umweltnutzen bietet, denn Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom: Durch die Tatsache, dass der Begriff Ökostrom nicht geschützt ist, kann sich hinter einem Ökostrom-Tarif auch umetikettierter Atomstrom verstecken. Einige Anbieter nutzen die Möglichkeit, ihren Atomstrom mit Hilfe von RECS- Zertifikaten umzuetikettieren um ihn so teurer verkaufen zu können. Dadurch wird der Ausbau und Neubau von Anlagen zur regenerativen Stromerzeugen nicht gefördert und der Umweltnutzen tendiert gegen Null. Wer ganz sicher sein möchte, einen Ökostrom-Tarif zu wählen, mit dem auch der Ausbau der Erneuerbaren Energien gefördert wird, sollte auf die Label “ok power” und “Grüner Strom” achten.
Neben den Umweltbemühungen kritisieren viele Verbraucher auch den Kundenservice ihres Energieversorgers. So bemängeln viele Strom- und Gas-Kunden, dass von Seiten der Versorger zu wenig auf individuelle Bedürfnisse eingegangen wird. Lediglich 27 Prozent der Kunden sind mit ihrem Versorger rundum zufrieden. Ralf Roth, Geschäftsführer der LINK Value: “Nach unserer Studie sind derzeit nahezu zwei Drittel aller bestehenden Verträge gefährdet. Das Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse ist ein ganz wesentlicher Differenzierungsaspekt.” (ok)




