Elektroautos: Auch vzbv kritisiert den Bericht der NPE

Nachdem schon der WWF den neuen Bericht der “Nationalen Plattform Elektro- mobilität” (NPE) scharf kritisiert hat, übt nun ebenfalls der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Kritik an der “industriepolitischen Schlagseite des Berichts”. vzbv-Vorstand Gerd Billen ist der Bericht ein Dorn im Auge, weil die hier präsentierten Vorschläge zur Förderung von Elektroautos vor allem die Interessen der Industrie vertreten und die Risiken und Kosten, die mit einer Stärkung der Elektromobilität verbunden sind, auf die Steuerzahler und Verbraucher abgewälzt werden. Dies liege laut Billen daran, dass in der Plattform hauptsächlich Vertreter aus der Wirtschaft vertreten sind. Dabei wäre eine stärkere Berücksichtigung von Verbraucherinteressen und mehr Nachhaltigkeit viel wichtiger, so der Vorstand des vzbv.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht durchaus Chancen, Elektroautos für Verbraucher attraktiver zu machen, aber das dürfe nicht “durch falsche Subventionen erkauft werden”. Wenn - wie in dem Bericht vorgeschlagen - pro Fahrzeug staatliche Zuschüsse von 4000 bis 6000 Euro gezahlt werden würden, dann würden letztendlich die Steuerzahler das Investitionsrisiko tragen. Nur wenn die Subventionen tatsächlich eine klimapolitische Steuerungswirkung haben, seien sie auch gerechtfertigt, doch das ist laut vzbv aktuell nicht der Fall. Grund: Einen echten Beitrag zum Klimaschutz leisten Elektroautos nur, wenn ihr Antriebsstrom auch aus erneuerbaren Energien stammt. Bis dahin sollte statt einer Prämie für E-Autos lieber ein Kaufzuschuss für PKW mit geringem CO2-Ausstoß erwogen werden und zwar unabhängig von der Technologie des PKW.
Billen fordert eine nachhaltige Verkehrsplanung, bei der industrie- politische und verbraucherorientierte Ansätze zusammengeführt werden. Wie der WWF fordert auch der vzbv in diesem Zusammenhang eine noch stärkere Beteiligung der Zivilgesellschaft in der NPE und insbesondere im Lenkungskreis. Dazu bedarf es laut Billen einer Stärkung der personellen Kapazitäten der Verbraucherorganisationen. Der vzbv selbst war an der NPE bislang nur in Form der Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe beteiligt.
Anlässlich des aktuellen NPE-Berichts hat der vzbv selbst 9 Thesen für eine verbrauchergerechte Elektromobilität formuliert. Darin fordert der vzbv unter anderem, dass sich auch die Ladeinfrastruktur für Stromer ökonomisch selbst tragen muss und dass es für die Verbraucher einen ökonomischen Ansatz gibt, sie lange ans Stromnetz anzuschließen. Außerdem plädiert der vzbv für den Einsatz der Elektromobilität im Rahmen von Car Sharing-Modellen, für die gesonderte Privilegien gerechtfertigt sind. (mh)




