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Aktuell nur noch 4 von 17 Atomkraftwerken am Stromnetz

Aktuell nur noch 4 von 17 Atomkraftwerken am Stromnetz
Wegen das Atom-Moratoriums und der Wartungsarbeiten an insgesamt fünf Atomkraftwerken sind aktuell nur noch vier AKWs am Netz.

Seit der Atomkatastrophe von Fukushima ist der Atomausstieg in aller Munde und selbst ehemaligen Atomkraft-Befürwortern kann der Ausstieg aus der Kernkraft nun offenbar nicht schnell genug gehen. Ob ein deutlich beschleunigter Ausstieg aus der Kernkraft überhaupt möglich ist und was das für die Stromversorgung in Deutschland bedeutet, darüber wurde in den letzten Wochen teils heftig gestritten. Während die Industrie vor einem Blackout warnt, sehen Bundesnetzagentur und Umweltverbände dem Atomausstieg gelassen entgegen, selbst wenn dieser früher kommt als zunächst geplant. Ab heute könnte es schon einmal einen kleinen Vorgeschmack davon geben, wenn in Deutschland keine Atomkraftwerke mehr in Betrieb sind, denn nun nur noch vier der insgesamt 17 deutschen Atomkraftwerke am Netz.

Wegen des Moratoriums sind seit Mitte März 7 Atomkraftwerke vorübergehend stillgelegt worden. Hierbei handelt es sich um die Kernkraftwerke Biblis A und B, Brunsbüttel, Isar 1, Neckarwestheim 1, Philippsburg 1 und Unterweser. Das pannengeplagte Kernkraftwerk Krümmel stand ohnehin schon seit längerer Zeit still. Nun wurden fünf weitere Atommeiler wegen Wartungsarbeiten (”Revision”) vom Netz genommen, nämlich Grafenrheinfeld, Grohnde, Gundremmingen C, Philippsburg 2 und zuletzt das RWE-Kernkraftwerk Emsland bei Lingen.

Obwohl somit nur noch Isar 2, Gundremmingen B, Neckarwestheim 2 und Brokdorf in Betrieb sind, gibt es nach Meinung der Bundesnetzagentur keinen Grund zur Sorge. Gegenüber der “Passauer Neuen Presse” bezeichnete Bundesnetzagentur-Präsident Matthias Kurth die Lage als “kritisch, aber noch beherrschbar”. Kurth geht davon aus, dass die Netzstabilität weiterhin gewährleistet ist. Sicherheitshalber wurde die Revision von einem Kohlekraftwerk allerdings verschoben.

Abgesehen davon, dass der Stromverbrauch wetterbedingt momentan auch nicht auf dem Höchststand liegt, war die Abschaltung der Meiler lange im voraus geplant, so dass sich die Netzbetreiber auf die Situation vorbereiten konnten. Hinzu kommt, dass die Stromimporte kurzfristig erhöht wurden. Außerdem sorgen die vielen Sonnenstunden dafür, dass viel Solarenergie produziert werden kann und auch die Windkraft kann dank der steifen Brise an den Küsten zusätzlichen Strom produzieren. Aktuell wird somit mehr Strom aus erneuerbaren Energien produziert als Atomstrom. Lag der Anteil von Atomstrom im letzten Jahr bei 23%, wird er in diesem Monat auf rund 11% sinken. Die gegenwärtige Situation dauert mindestens eine Woche an, so lange wird es noch dauern, bis die Revision bei dem ersten Atomkraftwerk abgeschlossen ist. (mh)