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Atom- oder Ökostrom: Für jeden Dritten ist nur der Preis wichtig

Atom- oder Ökostrom: Für jeden Dritten ist nur der Preis wichtig
Laut einer aktuellen Umfrage achten 38% der Deutschen bei der Wahl des Stromanbieters und Tarifs nur auf den Preis. (Foto: © Sturm / Pixelio)

Seit der Atomkatastrophe im japanischen AKW Fukushima ist die Energiewende in aller Munde und Diskussionsthema in Politik und Gesellschaft, quer über die Parteienlandschaft hinweg. Allerdings scheint es so, dass je länger der AKW- Unfall in Japan her ist und je mehr die tägliche Berichterstattung in den Medien abnimmt, die Menschen auch ihre eigene Bereitschaft für den Wechsel zu Ökostrom nicht mehr so ernst nehmen wie in den Wochen nach der Katastrophe. Darauf lässt zumindest eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa schließen, bei der Anfang Mai 2001 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger zu ihrem Stromkonsum befragt wurden.

In der Umfrage, die für das Nachrichtenmagazin “Focus” durchgeführt wurde, gaben nämlich 38% der Befragten an, dass sie durchaus reinen Atomstrom beziehen würden, wenn dieser nur preisgünstig angeboten wird. Nur 58% der Befragten lehnen den Bezug von Strom, der zur 100% aus Atomkraftwerken stammt, ab. Dabei gibt es durchaus Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen, zwischen den Altersgruppen und den verschiedenen Parteizugehörigkeiten bzw. Anhängern. So würden mt 42% überdurchschnittlich viele Ostdeutsche, mit 47% deutlich mehr aus der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen und jeweils 49% die Anhänger von Union und FDP ebenfalls überdurchschnittlich viele günstigen Atomstrom dem grünen Ökostrom vorziehen.

Noch vor einigen Wochen gaben in einer repräsentativen Forsa-Umfrage, die im Auftrag des RTL-Mittagsjournals durchgeführt wurde, gab fast die Hälfte an, dass sie für atomkraftfreien Strom sogar einen höheren Preis in Kauf nehmen würden und eine zeitnahe Emnid-Umfrage ergab, dass sogar 58% der Deutschen finanzielle Einbußen hinnehmen würden, wenn sie dafür reinen Ökostrom geliefert bekämen.

Unmittelbar nach Fukushima stiegen die Nachfragen nach Ökostrom bei den Stromanbietern erheblich an. Alle vier Anbieter, die 100% Ökostrom verkaufen und außerdem aktiv in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren, berichteten von einem massiven Neukundenzuwachs. Bei den vier Anbietern, die “echten” Ökostrom anbieten, handelt es sich um EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom. Offenbar scheint diese anfängliche Bereitschaft zum privaten Atomausstieg bei einigen Deutschen jedoch langsam zu schwinden. (mh)