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Umfrage: Elektroautos für die meisten Deutschen noch zu teuer

Umfrage: Elektroautos für die meisten Deutschen noch zu teuer
Zwei Drittel der Deutschen würden für ein Elektroauto nicht mehr Geld ausgeben als für ein vergleichbares Modell mit Verbrennungsmotor. (Foto: © Nissan)

Laut einer Emnid-Studie, die Anfang des Monats im Auftrag der “Bild am Sonntag” durchgeführt wurde, sind 33 Prozent der Deutschen dazu bereit, für ein Elektroauto mehr Geld auszugeben als für ein Modell mit Verbrennungsmotor. Umgekehrt heißt dies, dass rund 66% keinen Umstieg auf Elektromobilität erwägen, solange das umweltfreundliche Auto noch teuerer ist als das Benzinmodell. An der Umfrage nahmen 500 Personen ab 14 Jahren teil, die in der Bundesrepublik leben.

Auffällig sind die Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland: Gaben 36% der Westdeutschen ihre Bereitschaft an, für ein Elektroauto mehr zu bezahlen, wären hierfür nur 22% der Ostdeutschen bereit. Auch zwischen den Altersgruppen gibt es teils große Unterschiede: So ist die Offenheit und damit verbundene Bereitschaft für eine Elektroauto tiefer in die Tasche zu greifen, in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen am größten. Hier gaben 49% an, dass sie für einen elektrisch betriebenen Wagen auch einen höheren Preis akzeptieren würden.

Diese Umfrage bestätigt ältere Studien, die zu ähnlichen Ergebnissen gekommen sind und das eher geringe Interesse der Bevölkerung an Elektromobilität auf die höheren Kosten zurückführen. So ergab eine Studie im März 2011, dass zwar bei 53% der Deutschen grundsätzlich Interesse vorhanden ist, dass die meisten Befragten aber höchstens 15.000 Euro für einen Stromer ausgeben würden - angesichts der tatsächlichen Preise eine utopische Vorstellung. Der für Oktober 2011 angekündigte Nissan Leaf, der schon seit Dezember 2010 auf dem US- Markt verfügbar ist, soll hierzulande rund 35.000 Euro kosten. Ebenfalls im Herbst sollen auch der Chevrolet Volt und der baugleiche Opel Ampera auf den Markt kommen - zum Preis von rund 42.000 bzw. 43.000 Euro.

Wenn die Stromer also weiterhin deutlich teurer sind als vergleichbare Benzinmodelle, dürfte das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 rund 1 Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen zu sehen, schwierig zu erreichen sein. Vor allem, wenn die Politik weiterhin keine Kaufprämie einführen will, wie sie in anderen Ländern üblich ist, um einen größeren Anreiz für die Kunden zu schaffen. Während sowohl die Autoindustrie als auch die Grünen einen direkten Kaufanreiz fordert, will die Regierung zwar 1 Milliarde Euro zur Förderung der Elektromobilität zur Verfügung stellen, aber lieber andere Anreize schaffen. So erwägt sie u.a. eine Steuererleichterung wie z.B. den Erlass der Kfz-Steuer für Elektroautos über 10 Jahre oder andere Sonderprivilegien. (mh)