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Stromnetzbetreiber warnen vor Stromausfall im Winter

Stromnetzbetreiber warnen vor Stromausfall im Winter
Vier Stromnetzbetreiber haben vor einem Versorgungsausfall im Winter gewarnt, falls die stillgelegten AKWs nicht wieder ans Netz gehen würden.

In einer gemeinsamen Erklärung warnen die deutschen Stromnetzbetreiber davor, dass es im Winter zu einem erheblichen Blackout (Stromausfall) kommen kann, wenn die aktuell stillgelegten alten Atomkraftwerke auch weiterhin außer Betrieb bleiben. Grund: An sehr kalten Wintertagen würden in Süddeutschland 2000 Megawatt Leistung fehlen, so dass eine eigenständige Stromversorgung der Verbraucher nicht gewährleistet sei, heißt es in dem Schreiben. Außerdem könnten auch die europäischen Sicherheitsstandards nicht mehr erfüllt werden.

Selbst mit einem verstärkten Import aus den Nachbarländern kann nach Ansicht der Netzbetreiber kein Ausgleich geschaffen werden, solange man in Süddeutschland nicht zwei Atomkraftwerke wieder ans Netz bringt. Die einzige Alternative sei die Abschaltung von Großkunden, was jedoch wegen der damit verbundenen Risiken nicht vertretbar sei. Die vier Netzfirmen Amprion, Tennet, 50hertz und EnBW-Netze ziehen daher das Fazit, dass die Risiken, die mit einer anhaltenden Stilllegung der deutschen Atomkraftwerke einhergehen “aus aktueller Sicht der Übertragungsnetzbetreiber nicht vertretbar” seien.

Die Erklärung der Netzbetreiber wurde bei einem Krisentreffen im Bundeswirtschaftsministerium vorgelegt. Die beschriebenen Szenarien basieren auf einer Analyse, die auf der Abschaltung von 8000 Megawatt beruht. Das entspricht genau der Leistung, die von den sieben Meilen erbracht wird, die im März im Rahmen des Atom-Moratoriums vom Netz genommen wurden. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte bereits angedeutet, dass man erwäge, diese Altmeiler überhaupt nicht mehr in Betrieb zu nehmen, sondern endgültig abgeschaltet zu lassen.

Aktuell sind in Deutschland sogar nur vier von 17 AKWs in Betrieb. Neben den aufgrund des Moratoriums stillgelegten Meilern, sind noch weitere Reaktoren aus Wartungsgründen vom Netz. Diese Situation bezeichnet die Bundesnetzagentur als “kritisch, aber beherrschbar”, was allerdings auch daran liegt, dass in der Sommerzeit mehr Solarstrom erzeugt, mehr Strom importiert und deutlich weniger Strom verbraucht wird. Umgekehrt bedeutet dies, dass der Stromverbrauch im Winter deutlich höher ist und weniger Solarstrom produziert wird. Süddeutschland wäre von diesen Problemen besonders stark betroffen, da der Stromverbrauch wegen der zahlreichen Industriebetriebe als besonders hoch gilt und es kaum Alternativen wie z.B. Windenergie gibt. (mh)