Schadstoffbelastung in Kinder-Autositzen teilweise zu hoch
Alle Jahre wieder unterzieht der ADAC aktuelle Modelle von Auto-Kindersitzen einem umfangreichen Test. Ab diesem Jahr bezieht der Automobilclub auch die Schadstoffbelastung der Kindersitze in seine Bewertung mit ein. Im aktuellen Test wurden insgesamt 28 Modelle auf ihre Sicherheit (geht zu 50% in die Gesamtwertung ein), ihre Bedienung (40%) und ihre Ergonomie (10%) hin überprüft. Zum Test der Sicherheit gehört die Überprüfung der Kindersitze bei einem Frontaufprall bei 64 km/h und einem Seitenaufprall bei 50 km/h. Außerdem wurde hier auch der Gurtverlauf, die Größenanpassung, die Standfestigkeit auf dem Fahrzeugsitz und die Kopfabstützung beurteilt. Im Bereich der Bedienbarkeit wurden die Kriterien An-/Abschnallen des Kindes, Ein-/Aus- und Umbau des Sitzes, Möglichkeiten der fehlerhaften Bedienung sowie die Bedienungsanleitung beurteilt. Bei dem Krtierium Ergonomie ging es um das Platzangebot im Sitz, den Platzbedarf im Fahrzeug, die Sitzposition des Kindes und den Komfort. Zudem wurde auch die Reinigung und Verarbeitung der Kindersitze getestet.
Alle Teile des Kindersitzes, mit denen Kinder in direkten Kontakt kommen, wurden einer genauen Schadstoffüberprüfung unterzogen. Dabei wurde der Gehalt von AZO-Farbstoffen, Flammschutzmitteln, Phthalaten, PAKs, Organozinn-Verbindungen, Phenolverbindungen und Schwermetallen untersucht. Ein erhöhter Schadstoffgehalt führte zur Abwertung.
Die gute Nachricht ist, dass Eltern für Kinder jeder Altersgruppe die Wahl zwischen mehreren guten bzw. sicheren Kindersitzen haben. Gesamt- Testsieger wurde der Römer Baby-Safe Plus II SHR mit Isofix Base für rund 320 Euro mit dem ADAC-Gesamturteil “sehr gut”. So wiesen 13 der getesteten Kindersitze keine oder nur geringe Schadstoffbelastungen auf. Allerdings fand das Labor in zwei Kindersitzen, nämlich dem Brevi Oki b.fix und dem Phil&Teds Tott-XT so starke Schadstoffkonzentrationen nach, dass sie nur noch mit “mangelhaft” bewertet werden konnten. Vier weitere Modelle hatten immerhin noch eine so hohe Schadstoffbelastung, dass sie über ein “ausreichend” nicht hinauskamen.
In Sachen Sicherheit ergatterten 8 Kindersitze im Kriterium Frontalaufprall ein “sehr gut”, darunter auch zum ersten Mal ein vorwärts gerichteter Sitz (Kiddy Energie Pro 2). In diesem Kriterium fiel der Causalplay Fix QR sang- und klanglos durch, denn bei ihm brach ein Isofix-Bügel, so dass es keine Befestigung mehr zwischen Sitz und Fahrzeug gab. Auch in puncto Seitenaufprall gab es “sehr gut” bis “mangelhafte” Bewertungen. Zwar gibt es für Kindersitze keine gesetzliche Vorschrift für eine Seitenaufprall- Prüfung, diese wird vom ADAC aber standardmäßig durchgeführt. Im Test bestand mehr als jeder zweite Kindersitz diese Prüfung. (mh)





