Öko-Test: Kinderwagen stecken oftmals voller Schadstoffe
Das Frankfurter Verbrauchermagazin Öko- Test hat 10 Kombi-Kinderwagen genauer unter die Lupe genommen und sie einem umfangreichen Praxistest unterzogen und auch auf Schadstoffe hin untersucht. Das vernichtende Ergebnis zeigt, dass viele Modelle das Geld nicht wert sind, für das sie verkauft werden. Drei Modelle fielen sogar mit der Note “ungenügend” durch. Während einige Modelle weder stabil noch kindgerecht sind, stecken andere voller Schadstoffe. Für Eltern bedeutet dies, dass sie bei der Auswahl des Kinderwagens auf die Schwachstellen der Modelle achten und entsprechend entscheiden müssen.
Die Liste der Schadstoffe, die das Labor in den getesteten Kinderwagen gefunden hat ist lang. Gleich in mehreren Modellen wurde unter anderem der krebsverdächtige Farbbaustein Anilin und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) nachgewiesen. Ein Kinderwagen der Firma Hauch enthielt das aromatische Amin p-Aminoazobenzol, welches als krebserregend gilt und darüber hinaus verboten ist. Das Modell hätte also eigentlich überhaupt nicht verkauft werden dürfen.
Auch in der Praxisprüfung enttäuschten manche Modelle auf der ganzen Linie. Bei einem Modell ist beim Härtetest auf dem Rollenprüfstand das Vorderrad abgebrochen, bei einem anderen Modell befinden sich scharfe Kanten unter der dünnen Einlage im Kopfbereich. Der Kinderwagen von Bugaboo hat einen sogenannten “Sicherheitsriemen”, mit dem sich das Kind im schlimmsten Fall strangulieren kann. Ökotest-Chefredakteur Jürgen Stellpflug überrascht das schlechte Gesamtergebnis nicht, in der Vergangenheit schnitten gerade Kinderwagen immer wieder auffällig schlecht ab. Stellpflug berichtet, dass die Hersteller von Spielzeug und Kinderwagen nur selten auf ihre schlechten Testergebnisse reagieren. Ein Grund dafür ist, dass viele zumindest Teile ihrer Produkte im Ausland anfertigen lassen und eine Umstellung dort schwierig ist.
Insgesamt kann also - wenn überhaupt - nur für drei “befriedigende” Modelle eine Empfehlung ausgesprochen werden: den Emmaljunga Mondia Duo Combi 3-in-1 (Navy), den Teutonia Mistral S, Dessin 4210, Tasche 4205, Rad 60 und den Hartan Topline X, Softtasche, Farbe 279. Bei allen drei Modellen handelt es sich um höherpreisige Produkte, die zwischen 539 Euro und 790 Euro kosten. Die Kinderwagen erwiesen sich zwar als besonders gut im Praxistest, in Sachen Inhaltsstoffen konnten allerdings auch sie nicht überzeugen. (mh)




