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Spanische Gurken nicht für EHEC-Ausbruch verantwortlich

Spanische Gurken nicht für EHEC-Ausbruch verantwortlich
Untersuchungen von spanischen Gurken haben ergeben, dass diese nicht der Auslöser für den EHEC-Ausbruch sein können. (Foto: © Mondstein / Pixelio)

Entgegen vorherigen Meldungen sind die aus Spanien stammenden Salatgurken offenbar doch nicht für den aktuellen EHEC-Ausbruch in Deutschland und auch anderen Ländern Europas verantwortlich. Wie nun Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) mitteilte, wurden zwar EHEC-Keime auf zwei der insgesamt vier Gurkenproben gefunden, doch diese stimmten nicht mit dem Typ des Erregers aus den Stuhlproben der betroffenen Patienten überein. Damit ist die Frage nach der Ursache für die Ausbreitung des EHEC-Erregers wieder völlig offen und die Suche beginnt von Neuem.

Da die untersuchten Gurken aus Spanien zwar nicht denselben, aber auch einen EHEC-Erreger enthielten, sei die Warnung vor dem Verzehr von spanischen Gurken richtig gewesen, betonte Prüfer-Storcks. Auch diese Gurken könnten das sogenannte hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auslösen und somit zu aktuem Nierenversagen führen. Deshalb hätten die Gurken sowieso aus dem Verkehr gezogen werden müssen und die Warnung, auf den Verzehr von Gurken, Tomaten und Salat zu verzichten, bleibt aufrecht. Zwischenzeitlich äußerte sich die spanische Landwirtschaftsministerin Rosa Aguilar unzufrieden mit den deutschen Behörden. Spanische Gurken als Quelle des EHEC-Erregers zu benennen, ohne “verlässliche Daten” zu haben, sei sehr “unangebracht” gewesen.

Inzwischen schließen die Experten auch nicht mehr aus, dass der EHEC- Erreger über Tiere übertragen wird, sogar Menschen selbst könnten die Überträger sein. So wäre es denkbar, dass Menschen mit dem Erreger infiziert sind, ohne dass sie es wissen und es nie zum Ausbruch der krankheit kommt. Auch ist nicht klar, ob entlassene Patienten den EHEC- Erreger weiterhin ausscheiden und somit potenzielle Überträger sind. Die Forscher versuchen nun möglichst schnell, diese Optionen zu überprüfen.

Insgesamt ist die Zahl der nachgewiesenen EHEC-Infektionen und EHEC- Verdachtsfälle in ganz Deutschland inzwischen auf über 1400 gestiegen. Seit Anfang des Monats wurden bundesweit 329 HUS-Fälle registriert, meldet das Robert-Koch-Institut. Auffällig ist, dass normalerweise schwere Krankheitsverläufe sehr selten sind und davon vor allem Kleinkinder betroffen sind. Bei dem aktuellen EHEC-Ausbruch gibt es auffällig viele schwere Verläufe und es sind vor allem erwachsene Frauen betroffen. Mindestens 15 Personen sind nachweislich durch den EHEC- Erreger gestorben, aus Schweden wurde mittlerweile ebenfalls ein auf EHEC zurückgeführter Todesfall gemeldet. (mh)