Solarbranche fordert Stopp der Subventionskürzungen
Mit einem offenen Brief haben sich einige namhafte Solar-Unternehmen wie AEG Power Solutions, Bosch Solar Energy, Conergy, Q-Cells, Schott, SMA und Solarworld an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt. Darin bitten sie die Kanzlerin, dass die Förderung von Solarstrom nicht weiter gekürzt wird. In dem am Mittwoch veröffentlichten Brief heißt es, dass es keinen Spielraum mehr für weitere Kürzungen der Förderung gebe, die unabhängig vom Wachstum des Marktes durchgesetzt werden.
Auslöser für den Brief, der von rund 30 Solar-Firmen unterzeichnet wurde, sind Überlegungen der Bundesregierung, die Solarstromförderung im kommenden Jahr um weitere 6% zu kürzen. Bislang war für 2012 eine Kürzung der Einspeisevergütung um bis zu 24% vereinbart. Damit wurde die Förderung der Photovoltaik in den letzten zweieinhalb Jahren in mehreren Schritten um insgesamt 40 Prozent reduziert. Die geplante Einschränkung des Förderanreizes zum Eigenverbrauch von Solarstrom sei kontraproduktiv, denn der Eigenverbrauch bringe gleich drei Vorteile mit sich: Er wirkt netzstabilisierend, spart Kosten bei der EEG-Umlage und verringert den Bedarf für einen Ausbau der Stromnetze.
Die Firmen appellieren an die Kanzlerin, weitere Kürzungen zu verhindern, die auch einen Großteil der insgesamt 130.000 Arbeitsplätze in der Solarstrombranche gefährden würden. Weitere Kürzungen würden auch zur Folge haben, dass die Firmen, die nach eigenen Angaben in den nächsten drei Jahren über 5 Milliarden Euro in die Forschung und den Ausbau der Photovoltaik investieren wollten, diese Gelder zurückziehen. Die Solarbranche hatte sich selbst das Ziel gesetzt, ihren Anteil am deutschen Energiemix von derzeit 2% auf mindestens 10% im Jahr 2020 zu erhöhen. Um ihren unverzichtbaren Beitrag zur Energiewende leisten zu können und auch den bisherigen Status als Technologieführer halten zu können, benötige die Branche jetzt Verlässlichkeit, heißt es.
Auch der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) hatte die Überlegungen der Bundesregierung über weitere Subventionskürzungen in der Solar- branche bereits scharf kritisiert. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa-AFX erklärte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig, dass man, “Wenn man A wie Atomausstieg sagt, [...] auch B wie Beschleunigen sagen” müsse. Aktuell sei aber keine Beschleunigung, sondern nur eine Ausbremsung in Sicht, kritisierte Körnig. (mh)




