USA: Solartankstellen von General Electric und Nissan

Elektromobilität schont die Umwelt und das Klima - doch im engeren Sinne nur dann, wenn der getankte Strom auch aus erneuerbaren Energien stammt und nicht von konventionellen Kraftwerken. Um tatsächlich eine positive CO2-Bilanz zu erhalten, gibt es die Möglichkeit, von den Stromanbietern ausschließlich Ökostrom zu tanken oder aber die regenerativen Energiequellen direkt vor Ort an den Ladestationen zu nutzen. Letzteres wird derzeit in den beiden US-Bundesstaaten Connecticut und Tennessee getestet.
In Connecticut hat General Electric auf einem Parkplatz in Plainville seinen ersten Solar-Carport eingeweiht. Die sechs Ladesäulen liefern 240 Volt Wechselstrom und können die Akkus von bis zu 13 Elektroautos täglich aufladen. Das Funktionsprinzip ist ganz einfach: Während die Autos im Schatten unter dem Carport parken, wird über die auf dem Dach des Carports installierten Solarmodule Sonnenenergie gewonnen und in Strom umgewandelt. Mit diesem Strom kann das Elektroauto während des Parkens aufgeladen werden. Überschüssiger Strom soll in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Die Solar-Carports von General Electric sollen pro Jahr 125 MWh Leistung erzielen.
Ein ähnliches Projekt realisiert auch Autohersteller Nissan in Tennessee. Noch in diesem Monat soll hier ebenfalls ein Solar-Carport fertiggestellt werden, der auf die gleiche Weise funktioniert. Insgesamt sollen nun 30 Ladestationen errichtet werden, an denen - allerdings ausschließlich - der Nissan Leaf seine Batterie betanken kann. Solche oder ähnliche Projekte gibt es auch an unzähligen anderen Orten weltweit. So hat das Energie- unternehmen Beautiful Earth Group schon Ende 2009 in New York eine solarbetriebene Aufladestation für Stromer gebaut. Auch in Deutschland gibt es inzwischen über 200 Solartankstellen für Elektroautos wie z.B. an der Hauptwache in Frankfurt am Main.
Die Idee, Solarenergie und die Akkus von Elektroautos zusammen- zubringen, scheint übrigens auch umgekehrt gut zu funktionieren. So präsentierte der japanische Elektronikkonzern Sharp im Februar diesen Jahres eine umfunktionierte Batterie, die als Stromrichter in Solaranlagen eingesetzt werden kann. Der sogenannte “Intelligent Power Conditioner” soll überschüssige Solarenergie speichern und diese im Bedarfsfall an Haushaltsgeräte abgeben können. (mh)




