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Thüringen will Modellregion für Elektromobilität werden

Thüringen will Modellregion für Elektromobilität werden
Thüringen will sich als Modellregion für Elektromobilität bewerben und sieht aufgrund einer Projektskizze hierfür gute Chancen. (Foto: © Meyer / Pixelio)

Thüringen will sich verstärkt für das Thema Elektromobilität einsetzen und bewirbt sich deshalb als Modellregion bei dem Bundesprogramm Elektromobilität. Das haben nun die beiden thüringischen Minister Matthias Machnig (Wirtschaft) und Christian Carius (Verkehr) am Donnerstag in Erfurt angekündigt. Machnig bezeichnet die Elektromobilität für den Automobil- standort Thüringen als “industriepoli- tisches Schlüsselprojekt” und bekräftigt, dass deshalb die hier vorhandenen Kompetenzen gebündelt werden sollten. Das Wirtschaftsministerium hatte kürzlich bei der Unternehmensberatung McKinsey die Projektskizze “Thüringer Modellregion Elektromobilität” in Auftrag gegeben, die zu dem Ergebnis kommt, dass der Freistaat einen großen Beitrag zur Einführung von Elektroautos in Deutschland leisten kann. Als besonders vorteilhaft wird bewertet, dass hier eine “rationale Käuferschicht” vorhanden sei, also Menschen leben, die beim Autokauf vor allem auf das Kosten- Nutzen-Verhältnis achten. Diese Käufergruppe mache in Thüringen mit 48% einen großen Anteil aus. Auch dass Thüringen einen hohen Anteil an Strom aus erneuerbaren Energiequellen nutzt, spricht für den Freistaat.

Außerdem könnten in Thüringen - anders als in den bisherigen Modell- regionen, nämlich größeren Städten in Westen der Republik -, neue Merkmale und Herausforderungen berücksichtigt werden. Dazu gehört z.B. das Smart E-Car-Sharing, das eine hohe Fahrzeugauslastung zu geringen Kosten ermöglicht, was für bis zu 62.000 Personen interessant sein könnte. Ebenfalls denkbar wäre ein Maßnahmenpaket für Pendler, für das bis zu 111.000 Personen gewonnen werden könnten. Der Projektskizze zufolge könnten in der Modellregion Thüringen in den nächsten Jahren bis zu 38.000 Personen auf einen Stromer umsteigen.

Die Automobil- und Zulieferindustrie gehört laut Wirtschaftsministerium mit über 450 Unternehmen zu den Schwerpunktbranchen in Thüringen. In diesen Bereichen sind 46.000 Personen tätig, das entspricht etwa einem Fünftel aller Industriearbeitsplätze. Darüber hinaus verfüge Thüringen über erhebliche Kompetenzen in Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung im Bereich Elektromobilität. Geplant ist, der Region entlang der Städte Erfurt, Weimar und Jena eine zentrale Rolle zuzusprechen. Diese Region habe tatsächlichen “Modellcharakter”, weil ihre Struktur laut McKinsey etwa 44% der Bundesrepublik Deutschland repräsentiert.

Im Herbst 2011 wird die “Nationale Plattform Elektromobilität” (NPE) neue Modellregionen auswählen, in denen Wirtschafts- und Forschungs- aktivitäten gebündelt und Entwicklungen praxisorientiert demonstriert werden sollen. Ziel ist es, damit neue Erkentnnisse über die Elektromobilität zu gewinnen. (mh)