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Großbritannien kürzt Einspeisevergütung für große PV-Anlagen

Großbritannien kürzt Einspeisevergütung für große PV-Anlagen
In Großbritannien wird die Vergütung für Solarstrom zum 1. August drastisch gesenkt, hiervon sind vor allem große Anlagen betroffen. (Foto: © Sturm / Pixelio)

Großbritanniens Regierung hat neue Regelungen für die Einspeisevergütungen für Solarstrom aus großen Photovoltaik- Anlagen festgelegt, die schon ab dem 1. August 2011 in Kraft treten sollen. Laut der britischen Regierung sollen Anlagen mit einer Leistung von 50-150 kWp pro Kilowattstunde 19 Pence erhalten, Solar- Anlagen zwischen 150-250 kWp dann 15 Pence pro Kilowattstunde. Solaranlagen mit einer Leistung von bis zu 5 Megawatt erhalten 8,5 Pence je Kilowattstunde. Für kleine Anlagen mit einer Leistung von weniger als 50 Kilowatt bleibt die Einspeisevergütung auf dem bisherigen Niveau bestehen. Ein direkter Vergleich der Förderung der großen Anlagen zu den bisherigen Sätzen ist schwierig, weil nicht nur die Vergütung, sondern auch die Größenklassen der Photovoltaik-Anlagen geändert wurden. Experten sehen jedoch eine Absenkung der Einspeisevergütung von bis zu 70%.

Dass vor allem große PV-Anlagen nun weniger Förderung erhalten, löst vor allem in der Industrie sehr heftige Kritik aus. So betont die britische Vereinigung für erneuerbare Energien, dass man diese Kürzungen nicht unterstütze. Vielmehr hätte man eine generelle Senkung der Fördersätze um 25% für alle Anlagen - gleich welcher Größe - akzeptiert, aber diese Staffelung sei unlogisch, so die Geschäftsführerin Gaynor Hartnell. Auch die Definition der unterschiedlichen Anlagengrößen sei fraglich.

Kritik an den Kürzungen der Fördersätze kam auch aus den Reihen der Investoren. Daniel Guttman, der Direktor für erneuerbare Energien und Umwelttechnik bei Price Waterhouse Cooper, bedauerte schon im März, dass die Senkung der Einspeisevergütungen nicht gerade förderlich für den Ruf Großbritanniens als geeigneten Ort für Investitionen in Umwelt- technologien ist. Das Ministerium betonte allerdings, dass ohne neue Kürzungen das gesamte Vergütungsprogramm in Gefahr geraten wäre. Der britische Energieminister Greg Barker erklärte, dass man mit der Kürzung verhinden wolle, dass die Förderungskosten aus dem Ruder laufen und beteuerte, dass die neuen Tarife der Solarindustrie einen nachhaltigen Wachstumspfad sichern.

Nachdem Großbritannien am 1. April 2010 die Einspeisevergütung für Solarstrom eingeführt hatte, gab es einen regelrechten Boom. Dem Marktforschungsunternehmen Greenbang zufolge wurden alleine in dem ersten halben Jahr nach Einführung der Vergütung 10.000 Photovoltaik- Anlagen neu ans Netz genommen - das sind so viele Anlagen wie es bis dahin in ganz England gab. (mh)