Bundesnetzagentur: PV-Einspeisetarife werden nicht sinken
Verschiedene Medien haben berichtet, dass die Einspeisetarife für Solarstrom nicht - wie ursprünglich geplant - zum 1. Juli sinken werden. Das liegt an dem Zubau von Photovoltaik-Anlagen, der bislang erfolgt ist. Hätte dieser im Zeitraum März bis Mai bei über 875 Megawatt bzw. auf das gesamte Jahr hochgerechnet eine Leistung von 3500 Megawatt überschritten, wäre es zu einer Kürzung der Einspeisetarife um 3% oder mehr gekommen. Allerdings wurden in den ersten fünf Monaten des aktuellen Jahres etwa 1000 Megawatt Leistung neu installiert (im gleichen Zeitraum 2010 waren es über 1700 Megawatt). Alleine im März 2011 wurden 147,3 Megawatt Leistung neu installiert, im April waren es 202,3 Megawatt. Rechnet man diese Menge auf das ganze Jahr hoch, kann ein Zubau von rund 2800 Megawatt erwartet werden - eine weitere Kürzung der Solarförderung ist somit nicht nötig. Bis Ende 2011 bleiben also die Einspeisetarife von 21,11 bis 28,47 Cent pro Kilowatt (je nach Größe der PV-Anlage) bestehen.
Zum Jahreswechsel gibt es allerdings auf jeden Fall eine weitere Kürzung der Solarförderung, laut Gesetz beträgt diese 9%. Sollte bis dahin der Zubau doch noch die Marke von 3500 Megawatt überschreiten, kann die nächste Kürzung höher ausfallen. Manche Experten rechnen damit, dass in 2011 letztlich ein Zuwachs von 5500 MW zu verzeichnen sein wird.
Nachdem im Jahr 2009 in Deutschland 3800 Megawatt an PV-Leistung neu installiert wurden, erlebte die Solarbranche im letzten Jahr einen regelrechten Boom: Im Jahr 2010 wurden 7400 Megawatt Leistung neu installiert. Bis heute sind hierzulande Anlagen mit einer Kapazität von mehr als 18.000 Megawatt installiert.
Jeder Betreiber einer Photovoltaik-Anlage muss der Bundesnetzagentur den Standort und die Leistung seiner Anlage melden. Diese Einzeldaten werden dann gesammelt auf der Webseite der Behörde monatsgenau veröffentlicht. Ende Juni sollen die Ergebnisse im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und dem Bundesminis- terium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Bundesanzeiger veröffentlicht werden, und können dort nachgelesen werden. (mh)




