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Studie: Moderne Benziner kaum lauter als Elektroautos

Studie: Moderne Benziner kaum lauter als Elektroautos
Nach einer aktuellen Studie sind Elektroautos kaum leiser als moderne Benziner, deshalb lohnten sich künstliche Geräusche nicht. (Foto: © Meyer / Pixelio)

Nach einer neuen Studie des Center of Automotive Research (CAR) an der Uni Duisburg-Essen sind Elektroautos nur wenig leiser als moderne Benziner. Bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h stellten die Forscher kaum einen messbaren Unterschied bei der Geräuschentwicklung der beiden Antriebe fest. Bei höheren Geschwindigkeiten wird der Motorsound von Abrollgeräuschen überlagert, die es sowohl bei konventionell als auch elektrisch angetriebenen Autos gleichermaßen gibt.

In der Studie analysierten die Wissenschaftler die Geräuschentwicklung von fünf Elektroautos und sechs konventionell angetriebenen Autos bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Dabei wurden die Geräusche der Autos sowohl objektiv vermessen als auch die subjektive Wahrnehmung der 240 Studienteilnehmer berücksichtigt. Der leiseste Benziner mit einer Lautstärke von gerade einmal 59 dB(A) war der Kleinwagen Opel Agila. Es zeigte sich, dass drei der getesteten Elektroautos nur unwesentlich leiser waren und zwei Modelle sogar erheblich lauter.

Daraus schließen die Forscher, dass es bei einer Fahrt mit konstanter Geschwindigkeit im Stadtverkehr keinen wahrnehmbaren Unterschied zwischen normalen Fahrzeugen und Elektroautos gibt. Bei Regen oder nassen Straßen sind die Reifenabrollgeräusche auch schon bei niedrigen Geschwindigkeiten lauter, deshalb sind die Unterschiede zwischen den beiden Antrieben in diesen Situationen noch viel geringer. Bei stehenden Fahrzeugen konnten die Probanden kaum Unterschiede in der Geräusch- kulisse von Elektroautos und konventionellen Modellen feststellen. Das liegt daran, dass immer mehr Autos mit Verbrennungsmotoren über eine Start-Stopp-Automatik verfügen, durch die sie im Stillstand (z.B. an der Ampel) keine Geräusche mehr machen. Anders sieht es aber bei hohen Geschwindigkeiten, Fahrten mit Vollgas oder hochtourigem Fahren aus, doch im Stadtverkehr sind solche Situationen selten.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Diskussionen über die Geräuscharmut von Elektroautos und die damit verbundenen Gefahren für andere Verkehrsteilnehmer, insbesondere blinde Menschen. Einige Hersteller wollen ihre Elektroautos deshalb mit künstlichen Geräuschen ausstatten, damit die Stromer besser erkannt werden. Die Forscher halten dies jedoch für nicht notwendig, da bislang kein erhöhtes Unfallverhalten von Fußgängern mit Elektroautos beobachtet wurde. Müssten Elektroautos mit künstlichen Geräuschen versehen werden, müsste dies auch für moderne Benziner gelten, die sehr leise sein. (mh)