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EADS plant Öko-Concorde mit 4-facher Schallgeschwindigkeit

EADS plant Öko-Concorde mit 4-facher Schallgeschwindigkeit
Auf der größten Luftfahrtmesse der Welt präsentiert die EADS ihre Vision von dem schadstoffarmen Überschallflugzeug ZEHST. (Foto: © EADS)

Auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris werden nicht nur neue Flugzeuge präsentiert, die bald auf den Markt kommen sollen, sondern auch Visionen und Konzepte, die in Zukunft einmal Realität werden könnten. In diesem Jahr präsentiert der Europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS mit der ZEHST (”Zero Emission Hypersonic Trans- portation”) die Vision einer rund 80 Meter langen schadstoffarmen Concorde, mit der bis zu 100 Passagiere in weniger als 3 Stunden von München nach Tokio oder in 90 Minuten von Paris nach New York fliegen könnten und die dabei noch umweltschonender ist als eine aktuelle Verkehrsmaschine neuster Bauart.

Noch ist die Öko-Concorde nur ein Konzept, das auf der Luftfahrtmesse anhand eines Modells bestaunt werden kann. Den ersten kommerziellen Flug mit vierfacher Schallgeschwindigkeit wird die ZEHST wohl frühestens im Jahr 2050 machen, aber bis zum Jahr 2020 will die EADS einen ersten Prototypen fertiggestellt haben und 2030 einen ersten Jungfernflug (allerdings ohne menschliche Piloten) absolvieren.

EADS-Technikchef Jean Botti berichtet, dass man schon seit fünf Jahren an dem Projekt arbeite und daher mit Sicherheit sagen könne, dass das Konzept umsetzbar ist. Geplant ist, Flugzeugtriebwerke einzusetzen, die kein herkömmliches Kerosin verbrennen, sondern Bio-Kerosin aus Algen. Diese funktionieren so, dass sie das Flugzeug nach dem Start zunächst auf eine Flughöhe von 2000 Metern bringen und dann den Raketen- antrieb zünden, der nur mit Wasser- und Sauerstoff angetrieben wird und lediglich Wasser ausstößt. Beim Erreichen der maximalen Flughöhe (32.000 Meter) schießt die Öko-Concorde mit fast 5000 km/h durch die Stratosphäre, das entspricht der vierfachen Schallgeschwindigkeit (”Mach 4″). Zum Vergleich: Heutige Passagiermaschinen fliegen auf einer Höhe von etwa 10.000 Metern. Für die Landung gleitet das Flugzeug und schaltet erst kurz vor der Landung wieder auf die Triebwerke um.

Während die Technik schon heute verfügbar ist, sind Details zur Finanzierung der ZEHST noch nicht bekannt. Dem Handelsblatt zufolge soll die Studie von der französischen Agentur für zivile Luftfahrt DGAC mitfinanziert werden, der französische Staat soll das Projekt mit 40 Millionen Euro unterstützen und auch die japanische Luftfahrtindustrie soll an dem ehrgeizigen Vorhaben beteiligt sein. (mh)