Greenpeace nimmt Stellung zur anstehenden EEG-Novelle
Die Umweltorganisation Greenpeace hat eine Stellungnahme zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorgelegt, das in der kommenden Woche abschließend beraten werden soll. In der Stellungnahme fordert Greenpeace jetzt Korrekturen am Gesetzentwurf, durch die das Ausbauziel für Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2020 auf mindestens 40% erhöht werden soll. Gleichzeitig sollte festgelegt werden, dass bis spätestens 2050 eine vollständige Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien angestrebt wird, heißt es in der Stellungnahme. Außerdem plädieren die Umweltschützer für eine verstärkte naturverträgliche Nutzung der Erneuerbaren Energien.
Konkret fordert die Umweltorganisation eine deutliche Verbesserung der Förderbedingungen für Windenergie in Süddeutschland, für kleinere Biogasanlagen und Geothermieprojekte. Bei der Nutzung der Offshore- Windkraft müssen Meeresschutzgebiete des Natura 2000 Netzwerkes dauerhaft ausgeschlossen werden. Grundsätzlich müsse man gemeinsam an den Lösungen arbeiten, damit Naturschutz und erneuerbare Energien nicht in Konflikt geraten. Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling nennt neben der Windkraft auf hoher See auch die Windkraftanlagen an Land, die in Flugrouten von Zugvögeln stehen oder riesige Maisland- schaften in der Landwirtschaft als Beispiele für die Herausforderungen.
Außerdem sollten weitere Kürzungen bei der Solarförderung ausbleiben, während die Förderung großer Bioenergieanlagen reduziert werden sollte, so Greenpeace. Große Bioenergieanlagen haben erfordern mehr Transporte und sorgen für mehr Monokulturen in der Landwirtschaft, was gegen eine naturverträgliche Nutzung der Erneuerbaren spricht. Hier sollte Greenpeace zufolge die Nutzung von umweltverträglich erzeugten Energiepflanzen stärker belohnt werden. Nur so könne die Akzeptanz der erneuerbaren Energien auch langfristig gesichert werden.
Darüber hinaus fordern die Umweltschützer eine deutliche Reduzierung der umfangreichen Ausnahmeregelungen bei den EEG-Kosten, die es derzeit für die Industrie gibt. Böhling erklärt, dass diese Ausnahmen die Kosten für alle anderen Verbraucher enorm erhöhen und es nicht zu rechtfertigen sei, “dass die deutschen Privathaushalte die Industrie beim EEG bereits mit über zwei Milliarden Euro subventionieren”. Ausnahmen sollte es nur für wenige, im internationalen Wettbewerb befindliche Unternehmen geben, die nachweisen können, dass der Anteil der Energiekosten an ihren Gesamtkosten sehr hoch ist.
Böhling hält die Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland trotz der Korrekturvorschläge für “einen unschätzbaren Beitrag zur Bewältigung der globalen Energie- und Klimakrise” und betont, dass die Erneuerbaren immer wettbewerbs- und leistungsfähiger werden. (mh)




