94% der Deutschen befürworten stärkere Nutzung erneuerbarer Energien
Die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 hat bei den Deutschen offenbar dazu geführt, dass ein echtes Umdenken in Sachen Ökostrom eingesetzt hat. Das lässt zumindest eine repräsentative Umfrage vermuten, die der World Wide Fund for Nature (WWF) Ende Juni zum Thema Ökostrom durchgeführt hat. Die Umfrage, an der 1000 Menschen über 18 Jahre teilgenommen haben, ergab, dass sich inzwischen 94% der Deutschen für eine stärkere Nutzung von erneuerbaren Energien wie Sonnenenergie oder Windkraft aussprechen.
WWF-Klimaschutzleiterin Regine Günther sieht das Umfrageergebnis als Bestätigung dafür, dass die Mehrheit der Bürger den energiepolitischen Kurs der Bundesregierung weitgehend unterstützt. Der WWF fordert von der Politik in diesem Zusammenhang den konsequenten Ausbau der Erneuerbaren als einzige Alternative zu klimaschädlichen Stromquellen. Die Politik müsse dazu “die richtigen Rahmenbedingungen schaffen”.
46% der Befragten glauben, dass Gas eine akzeptable Stromquelle ist. Die Mehrheit der Befragten (81%) hält Kohle für die klimaschädlichste Form der Stromerzeugung, 16% halten die Kohlekraft für weniger klimaschädlich und nur 1% denkt, dass Kohle keine Auswirkungen auf das Klima hat. Nur 23% der Befragten haben sich dafür ausgesprochen, dass im Rahmen des Atomausstiegs nun wieder verstärkt auf Kohlekraft gesetzt werden sollte. Regine Günther zieht daraus das Fazit, dass die Menschen in Deutschland “Investitionen in Zukunftstechnologien und nicht in Klimakiller” wollen”. Würden nun trotzdem weitere Kohlekraft- werke neu gebaut werden, würde das Deutschlands Bemühungen um Klimaschutz unglaubwürdig machen, warnt die Klimaschutzexpertin. Sie fordert deshalb, dass keine weiteren Kraftwerke gebaut werden sollen.
Am heutigen Freitag hat nach dem Bundestag auch der Bundesrat den stufenweisen Atomausstieg bis 2022 gebilligt. Demnach bleiben die acht ältesten Atomkraftwerke, die schon im März bei dem Moratorium der Bundesregierung vom Netz genommen wurden, endgültig außer Betrieb. Bis September soll die Bundesnetzagentur entscheiden, ob eines der betroffenen Kernkraftwerke noch bis zum Jahr 2013 als eine “stille Reserve” in Bereitschaft gehalten werden soll. (mh)




