VCD übt massive Kritik an neuer PKW-Verbrauchskennzeichnung
Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat massive Kritik an der geplanten PKW-Verbrauchskennzeichnung geübt, die er als “Mogelpackung” bezeichnet. Dass nun auch der Bundesrat dem Entwurf der Bundesregierung zur Neuregelung der Verbrauchskennzeichnung zugestimmt hat, verurteilt der VCD aufs Schärfste. Damit habe sich der Bundesrat “zum Handlanger der Autoindustrie” gemacht, heißt es in einer Pressemitteilung des Verkehrsclubs.
Zwar habe auch der Bundesrat über die vorhandenen Schwächen des Gesetzesentwurfs diskutiert, doch letztendlich mehrheitlich zugestimmt. Für den verkehrspolitischen Sprecher des VCD, Gerd Lottsiepen, ist die Tatsache, dass die “schweren Spritschlucker aus deutscher Produktion bevorteilt” werden, ein eindeutiges Zeichen dafür, dass der Einfluss der Autolobby auf die Politik sehr groß ist. Der Bundesrat hat entschieden, dass für die PKW-Verbrauchskennzeichnung neben dem CO2-Ausstoß auch das Gewicht des Fahrzeugs entscheidend sei. Das führt dazu, dass schwere Geländewagen wie z.B. der Audi Q7 3.0 TDI oder der Porsche Cayenne Hybrid das Label “B” erhalten und somit eine bessere Bewertung als ein Kleinwagen, dessen Spritverbrauch gerade mal halb so hoch liegt. Als Beispiel für die Absurdität der Berechnung nennt der VCD den Vergleich zwischen einem Kampfpanzer vom Typ Leopard 2, der mit dem Label “E” die gleiche Wertung erhält wie ein VW Golf 1.4.
Die nun beschlossene Regelung soll vorerst drei Jahre gelten und dann neu überprüft werden. Dann soll auch das ebenfalls diskutierte Kriterium der Fahrzeugfläche maßgeblich berücksichtigt werden. Lottsiepen zufolge ist es “vollkommen unakzeptabel, dass für eine Regelung, die heute schon als irreführend bezeichnet wird, eine Probephase von drei Jahre eingeführt wird”. Lottsiepen hofft nun darauf, dass andere EU-Länder wie Frankreich oder Italien gegen die Regelung klagen werden und die “von der deutschen Autoindustrie mitgeschriebene Mogelpackung” so doch noch ausgebremst werden kann.
Die neue PKW-Verbrauchskennzeichnung sollte eigentlich dazu dienen, dass Verbraucher die Klimafreundlichkeit oder -schädlichkeit eines bestimmten Autotyps leichter erkennen und mit der anderer Modelle vergleichen können. Die Kennzeichnung ähnelt der für Elektrogeräte und reicht von “A+” für sehr klimafreundlich bis “G” für Spritschlucker. (mh)




