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Deutsche Bahn will bis 2050 mit 100% Ökostrom unterwegs sein

Deutsche Bahn will bis 2050 mit 100% Ökostrom unterwegs sein
Die Deutsche Bahn (DB) hat mit dem Energiekonzern RWE einen Vertrag über die Lieferung von Ökostrom geschlossen. (Foto: © Erich Westendarp / Pixelio)

Seit vielen Jahren wird die Deutsche Bahn (DB) von Umweltverbänden kritisiert, weil sie den Großteil des für den Betrieb ihrer Züge benötigten Stroms und Atom- und Kohlekraftwerken bezieht. Jetzt will die Bahn ihren ganz eigenen Atomausstieg vollziehen. Mittelfristig sollen alle 27.000 Züge schadstofffrei betrieben werden. In mehreren Schritten will die Deutsche Bahn komplett auf eine Stromversorgung aus erneuerbaren Energien umsteigen. Bis zur vollständigen Umsetzung des Vorhabens räumt sich die Bahn allerdings eine lange Frist ein: Bis zum Jahr 2050, so der Wunsch von Bahnchef Rüdiger Grube, soll die Bahn mit 100 Prozent Ökostrom und somit vollkommen schadstofffrei unterwegs sein.

Als Partner hat sich die Deutsche Bahn den Energieriesen RWE ins Boot geholt. Der Konzern soll die Bahn in den nächsten Jahren mit Strom aus Wasserkraftwerken im Wert von insgesamt 1,3 Milliarden Euro beliefern. “Er ist ein Meilenstein in Sachen klimaneutraler und umweltfreundlicher Bahn”, sagte gestern Bahnchef Rüdiger Grube kurz nach der Vertrags- unterzeichnung. Die Bahn ist mit einem jährlichen Stromverbrauch von 10,3 Milliarden Kilowattstunden der größte Stromabnehmer in der Bundesrepublik. Durch die Einigung soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix der Bahn von 20 auf 28 Prozent steigen.

Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der Erneuerbaren auf 35 Prozent gesteigert werden. Vor dem RWE-Deal sollten es 30 Prozent bis 2020 sein. RWE wird nach eigenen Angaben jährlich 900 Millionen Kilowatt- stunden Strom aus Wasserkraft an die Bahn liefern. Der Strom stammt u.a. aus Wasserkraftwerken an Mosel, Saar, Rhein und Ruhr. Die Erlöse aus dem Geschäft mit der Bahn will der Energieriese nach eigener Aussage in den Ausbau der erneuerbaren Energien stecken.

Bei der Umweltorganisation Greenpeace stößt der Vorstoß der Bahn allerdings auf Kritik: “Wenn die Bahn es mit dem Ausbau erneuerbarer Energien ernst meint, solle sie zum Beispiel in Windenergie investieren und nicht auf alte Wasserkraftwerke setzen”, so Andree Böhling, Experte für erneuerbare Energien bei der Umweltorganisation. Greenpeace zufolge sei die Bahn noch immer “ein großes Stück entfernt” von einem umweltfreundlichen Energiemix. Hinzu komme, dass die vier großen deutschen Energieversorger RWE, EnBW, E.ON und Vattenfall gerade mal 0,5 Prozent ihres Stroms aus erneuerbaren Energien gewinnen und nur marginal in den Ausbau regenerativer Energiequellen investierten. (ok)