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Shell: 1300 Barrel Öl aus Ölplattform in die Nordsee gelangt

Shell: 1300 Barrel Öl aus Ölplattform in die Nordsee gelangt
Aus einem Leck der Ölplattform "Gannet Alpha" vor der schottischen Küste sind laut Betreiber Shell rund 1300 Barrel Öl (200.000 Liter) in die Nordsee geflossen.

Das Leck an der Ölplattform “Gannet Alpha” vor der schottischen Küste weckt schlimme Erinnerungen an die Havarie der “Deepwater Horizon” im Golf von Mexiko Anfang des letzten Jahres. Zwar heißt der Betreiber in diesem Fall Shell und nicht BP und es kam auch nicht zu einer Explosion wie auf der “Deepwater Horizon”, aber trotzdem ist eine beachtliche Menge Öl ungehindert ins Meer geflossen. Shell selbst spricht von aktuell etwa 1.300 Barrel Öl (etwa 200.000 Liter), die durch das Leck ins Meer gelangt sind und dort nun einen Ölteppich bilden. Der Ölkonzern hat das Leck zwar nach eigenen Angaben “unter Kontrolle”, den Angaben zufolge treten jedoch weiterhin rund 5 Barrel am Tag aus.

Shells Europadirektor für Erkundung und Förderung, Glen Cayley, spricht selbst von einem “erheblichen Leck” im Vergleich zu zuvor in der Nordsee ausgetretenen Ölmengen. Die britische Regierung erklärte, dass das Leck im Vergleich zur “Deepwater Horizon” zwar klein sei, aber in Relation zum “Festlandsockel Großbritanniens” sei die Verschmutzung durch das Öl dennoch erheblich. Die Behörden gehen davon aus, dass sich der Ölteppich von selbst auflösen und die Küsten nicht erreichen wird.

Bei der Ölplattform “Gannet Alpha” trat in der vergangenen Woche ein Leck zwischen einem Bohrloch und der Plattform auf. Shell hat das Leck nach eigenen Angaben durch ein ferngesteuertes U-Boot inspizieren und reparieren lassen. Das Ölfeld, in dem Shell mit “Gannet Alpha” Öl fördert, gehört dem Unternehmen gemeinsam mit dem Ölkonzern Esso. Das Ölfeld liegt etwa 180 Kilometer vor der Küste. Am Wochenende erklärte Shell, dass der Ölteppich 31 km Länge und 4,3 km Breite misst.

“Der Unfall ist ein Warnschuss an die Politik. Die Betreiber müssen endlich verpflichtet werden, ihre Pläne für Notfälle öffentlich darzulegen. Nur so ist überprüfbar, ob wirklich alles Erdenkliche unternommen wird, um Katastrophen größeren Ausmaßes zu verhindern”, sagt Jörg Feddern, Ölexperte bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace. (ok)