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Prognose für 2037: 60% des Stroms in Berlin aus erneuerbaren Energien

Prognose für 2037: 60% des Stroms in Berlin aus erneuerbaren Energien
Einer Studie der TU Berlin zufolge könnte Berlin bis 2037 den Anteil erneuebrarer Energien am Gesamtstromverbrauch auf 60% steigern. (Foto: © Sylvia-S / Pixelio)

Einer Studie der Technischen Universität Berlin zufolge könnte im Jahr 2037 rund 60% des Berliner Strombedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Aktuell stammen lediglich 25 Prozent des Gesamtstrombedarfs der Hauptstadt aus regenerativen Quellen, doch dieser Anteil könnte noch weiter erhöht werden. Damit diese Prognose Wirklichkeit wird, müssten entsprechende Strukturen (intelligente Netze, dezentrale Kraftwerke) geschaffen werden und noch mehr Strom eingespart werden als bislang. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei den sogenannten intelligenten Netzen (Engl.: Smart Grids) zu. Diese Netze verhindern, dass Energie aus erneuerbaren Quellen nicht verpufft, wenn sie nicht sofort verbraucht wird und sorgen außerdem dafür, dass auch bei einem erhöhten Strombedarf immer genügend Strom verfügbar ist. Durch Smart Grids werden Stromerzeuger und Stromverbraucher besser miteinander verknüpft, so dass Leistungsschwankungen, wie es sie bei der Wind- und Solarkraft gibt, besser ausgeglichen werden können.

Auch die zunehmende Nutzung von Elektroautos spielt eine Rolle. Werden zukünftig mehr intelligent geladene Elektrofahrzeuge gefahren, könnten Fahrzeuge auch vermehrt mit Strom aus erneuerbaren Energien geladen werden und so selbst zum Speicher für Wind- und Solarstrom werden. Nur durch diese Maßnahme könnte der strombedingte CO2- Ausstoß um ca. 14 Prozent sinken. Die Leistungsschwankungen können auch durch dezentrale Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung ausge- glichen werden. Solaranlagen oder kleine Blockheizkraftwerke könnten so miteinander verbunden werden, dass sie über eine Datenleitung mit einem virtuellen Kraftwerk verknüpft werden. So können sowohl die schwankende Stromproduktion (aus Wind- und Solarenergie) als auch der unterschiedliche Strombedarf kompensiert werden.

Laut der Studie sind auch Stromsparmaßnahmen ein wichtiger Aspekt der Energiewende, die mit dem auf das Jahr 2022 festgelegten Ende der Kernenergie eingeläutet wurde. Alleine in Berlin könnte durch Gebäude- sanierung rund 50 Prozent des derzeitigen Stromverbrauchs eingespart werden, heißt es. Allerdings dürften die Sanierungskosten nicht alleine auf die Mieter abgewälzt werden, sondern müssten von staatlicher Seite aufgefangen werden, damit die zusätzliche finanzielle Belastung nicht zu hoch wird. Neben der Gebäudesanierung werden auch noch andere Stromsparmaßnahmen diskutiert. Hierzu gehört z.B. der Einsatz von stromsparenden Klimaanlagen, Computern und anderen Elektrogeräten als auch die Nutzung von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern Berlins.

Die Studie der TU Berlin wurde von den Konzernen Vattenfall und Siemens unterstützt. Rainer Knauber, Generalbevollmächtigter der Vattenfall Europe AG für Berlin und die neuen Bundesländer, sieht die Studie als “wissenschaftlich fundierten Ausblick in die Zukunft”. Er bezeichnet die Ergebnisse als Inspiration für die Suche nach weiteren Lösungen, bei denen erneuerbare Energien “die dominierende Rolle spielen”. Auch Burkhard Ischler, Leiter des Berliner Büros der Leitung und der Abteilung Government Affairs der Siemens AG, ist sich sicher, dass die Studienergebnisse einen klaren Weg in die Zukunft weisen, bei dem intelligentes Lastmanagement eine zentrale Rolle spielen wird. (mh)