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Neue Studie: Plastiktüten oft mit Darmkeimen belastet

Neue Studie: Plastiktüten oft mit Darmkeimen belastet
Neben der Umweltbelastung können Plastiktüten auch krankmachen: Laut US-Forschern sind Plastiktüten oft mit Darmkeimen belastet. (Foto: © CFalk / Pixelio)

Sie sind eigentlich unnötig und dennoch benutzen sie viele Bundesbürger nahezu täglich: Die Rede ist von den Plastiktüten, die für den Transport von Einkäufen immer wieder gerne benutzt werden. Im Schnitt verbraucht jeder Deutsche pro Jahr 65 Plastiktüten. Damit sind die Deutschen allerdings schon recht sparsam: EU-weit liegt die Verbrauch nämlich bei 500 Tüten pro Kopf und Jahr. Viele landen allerdings nicht im Recycling, sondern irgendwo in der Natur, wo sie die nächsten 500 Jahre langsam verrotten. Einem Bericht der Zeitschrift “Men’s Health” zufolge gibt es neben dem Umweltaspekt noch einen weiteren Grund, warum man lieber auf die Plastiktüte verzichten sollte: Krankmachende Keime, die sich auf der Innenseite der Tüten munter vermehren.

Die Zeitschrift beruft sich dabei auf eine aktuelle Studie der Loma Linda University. Die Forscher haben 84 wiederverwendete Plastiktüten von Supermarktkunden aus San Francisco und Los Angeles gesammelt und untersucht. Das Ergebnis ist wenig appetitlich: In den Tüten fanden sich nicht selten Fäkalbakterien wie Escherichia coli, die schwere Durchfälle und Infektionen auslösen können. Die Ursache sind allerdings nicht die Tüten selbst, sondern deren mehrfache Verwendung. Laut den Forschern werden die Keime durch offenes Obst oder undichte Fleischverpackungen auf das Innere der Tüte übertragen. Hier können sich die Keime bei der Lagerung der Tüte vermehren. Wird ein anderes Lebensmittel in der Tüte transportiert, kann eine Übertragung erfolgen.

Ein Auswaschen der Plastiktüten ist nahezu unmöglich, da der dünne Kunststoff keine sehr hohen Temperaturen verträgt und sich so nicht zweifelsfrei alle Keime entfernen lassen. Die Forscher empfehlen deshalb den Griff zum Stoffbeutel. Die Vorteile des Stoffbeutels liegen klar auf der Hand: Er lässt sich beliebig oft wiederverwenden, ist meistens reißfester als Plastikbeutel und kann auch bei höheren Temperaturen gewaschen werden. Damit lässt sich die Keim-Belastung des Stoffbeutels um 99,9 Prozent senken. Ganz nebenbei tut man auch noch was für die Umwelt.

Die Tage der Plastiktüte könnten schon bald gezählt sein: Die EU denkt momentan über ein Verbot der Tüten nach. Begründet wird dies mit der hohen Umweltbelastung, die die Plastikbeutel verursachen. Somit könnte die Plastiktüte wie auch schon die Glühbirnen, die nach und nach aus den Regalen verschwinden, ein Auslaufmodell sein. (ok)