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Hartz-4-Satz reicht nicht für Stromkosten, Berater helfen

Hartz-4-Satz reicht nicht für Stromkosten, Berater helfen
Laut der Gemeinnützigen Gesellschaft für Verbraucher und Sozialberatung (GVS) deckt der Harzt-4-Satz nicht die Stromkosten. (Foto: © Ripac / Pixelio)

Eine aktuelle Studie der Gemeinnützigen Gesellschaft für Verbraucher und Sozial- beratung (GVS) kommt zu dem Ergebnis, dass die aktuellen Harzt-IV-Sätze nicht ausreichen, um die monatlich anfallenden Stromkosten zu decken. Gründe hierfür sieht die GVS zum einen in der zu geringe Kalkulation sowie in der Bindung an den Grundversorger. Die steigenden Kosten für Strom und Gas träfen die Hartz-IV-Empfänger besonders hart, da laut der GVS die Anpassungen der Hartz-IV-Sätze die Preissteigerungen kaum berücksichtigen. Die GVS befürchtet, dass sich die Situation in der anstehenden Heizperiode erneut verschärfen wird, da bereits schon mehr als 100 Gasanbieter Preiserhöhungen von im Schnitt rund zehn Prozent angekündigt haben. Für Single-Haushalte wird von Stromkosten in Höhe von 321,80 Euro ausgegangen. Tatsächlich belaufen sich diese aber auf 435,50 Euro, so das Ergebnis der GVS.

Ein Wechsel zu einem anderen Stromanbieter ist für Hartz-IV-Empfänger aufgrund der fehlenden Bonität nicht möglich, weshalb sie dauerhaft an den teuren Grundversorger gebunden sind. Letztendlich führe dies dazu, dass Hartz-IV-Empfänger in erster Linie am Essen sparen müssen. Ein Ansatz zur Lösung dieses Problems ist das Thema Stromsparen: Die Stadt Bocholt und die Ewibo GmbH wollen den Stromverbrauch in Hartz-IV- Haushalten senken und leisten aktiv Hilfe. Die Energiesparhelfer der Ewibo kommen in die Haushalte, um Stromfresser zu enttarnen und entsprechende Lösungen vorzuschlagen.

Wie die “Münsterländische Volkszeitung” berichtet, wird das Projekt über Fördermittel in Höhe von maximal 45.220 Euro finanziert, die die Stadt als „Klimakommune“ vom Land NRW erhält. Energiesparkoffer und benötigte Messgeräte wurden von der BEW gestiftet, die auch die Schulung der Berater übernommen hat. Mit der Stadtbus-Gesellschaft können die Energiesparhelfer kostenlos zu den Terminen fahren. Das Bocholter Projekt soll sich für alle Seiten lohnen: In bis zu 800 Haushalten sollen 330 Kilo Kohlenstoffdioxid (CO2) pro Haushalt im Jahr eingespart werden.

Die Energiesparhelfer tauschen Glühbirnen gegen Energiesparlampen und drehen Stromfressern mit abschaltbaren Steckdosen den Saft ab. Es geht aber nicht nur um Stromsparen: Auch im Bad soll gespart werden. Alte Duschköpfe werden gegen Perlatoren ausgetauscht, um auch gleichzeitig den Wasserverbrauch der Haushalte zu senken. (ok)