TÜV Rheinland: Indien und China fahren auf Elektroautos ab

Die Akzeptanz von Elektroautos scheint in östlichen und südlichen Ländern bereits deutlich weiter fortgeschritten zu sein als es in Deutschland der Fall ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung des TÜV Rheinland, der nun im Rahmen der IAA in Frankfurt am Main (15. bis 25. September) die Ergebnisse einer weltweiten Bevölke- rungsumfrage vorgestellt hat. Laut der Umfrage ist die Begeisterung für die rein elektrisch angetriebenen Fahrzeuge mit Abstand am größten: 92 Prozent der Befragten signalisierten ihre Bereitschaft, innerhalb der nächsten fünf Jahre ein Elektroauto zu kaufen. Auf dem zweiten Platz liegt China: Hier zeigten sich 88 Prozent der Befragten von der Idee, künftig mit einem Stromer durch die Stadt zu fahren, begeistert. Auch in Italien können sich noch 85 Prozent der Befragten vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen.
Ein wenig anders sieht es in Deutschland aus: Hierzulande halten es nur 57 Prozent der Befragten für möglich, innerhalb der nächsten fünf Jahre auf ein Elektroauto umzusteigen. Damit liegt Deutschland gleichauf mit den USA im unteren Mittelfeld. Hierzulande schrecken 36 Prozent der Befragten vor dem Kauf eines Elektroautos zurück, weil die Reichweite der Stromer deutlich geringer ausfällt als bei Autos mit den üblichen Verbrennungsmotor. Sehr wenig Zuspruch für das Elektroauto gibt es ausgerechnet im Hochtechnologie-Land Japan: Hier können sich nur 34 Prozent der Befragten vorstellen, künftig mit einem Stromer unterwegs zu sein. Auch in Dänemark (37 Prozent) können sich die Menschen noch nicht so recht mit den Stromern anfreunden.
“Zum ersten Mal überhaupt wurden Autofahrer weltweit zum Elektroauto befragt. Die Ergebnisse sind so überraschend wie sensationell. Praktisch jeder indische und chinesische Autofahrer will sich in den nächsten fünf Jahren für ein Elektroauto entscheiden. Das allein wird die Marktverhält- nisse vollkommen verändern”, erklärte Dr. Thomas Aubel, Executive Vice President Mobility von TÜV Rheinland. Die meisten Gegner der Stromer kommen vor allem aus Japan (67 Prozent) und Dänemark (63 Prozent). Ihr Fahrverhalten sei nur schlecht kompatibel mit den Eigenschaften eines Elektroautos, und der Wissensstand zum Thema Elektroauto sei eher bescheiden. Sie hätten zudem unterschiedliche Wahrnehmungen in Bezug auf den Entwicklungsstand der Technologie von Elektroautos. Die Fahrer hätten nur ein geringes Umweltbewusstsein, Sicherheitsbedenken und eine hohe Preissensibilität. Ihre Kaufbereitschaft für ein rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug sei daher nur gering.
Während in den meisten Ländern die Kostenersparnis bei der Entscheidung für die Anschaffung eines Elektroautos ausschlaggebend ist, wollen die Deutschen in erster Linie die Umwelt schützen. Für 39 Prozent der Deutschen liegen die Hauptkaufgründe im Bestreben, die Umwelt zu schützen. Davon geben 22 Prozent an, die Lebensbereiche vor weiteren Veränderungen zu bewahren und 17 Prozent erklären, die Erdölvorkommen schonen zu wollen. 72 Prozent der befragten Deutschen legen darüber hinaus Wert darauf, dass der Strom, mit dem Elektroautos betankt werden, aus regenerativen Energiequellen stammt. (ok)




