Besserer Umweltschutz: Nordseeinsel Sylt will Elektromobilität fördern

Auf der Promi-Nordseeinsel Sylt findet man heute unzählige Luxus-Karossen und SUVs und viele Einheimische sind darüber überhaupt nicht erfreut. Die Nobelautos sind nämlich nicht nur sehr laut, sondern verschmutzen auch die Umwelt. So haben Luftmessungen ergeben, dass es schon jetzt zu viele Rußpartikel in der Luft gibt - wenn hier nicht Einhalt geboten wird, kann es sein, dass Sylt irgendwann seinen Status als Seeheilbad verliert.
Um die Insel ruhiger und die Luft wieder besser zu machen, will die Gemeinde Sylt künftig verstärkt auf Elektroautos setzen und für den umweltfreundlichen fahrbaren Untersatz werben. Die Nordseeinsel will ein Signal für den Umweltschutz setzen, erklärt Gästeführerin und Diplom-Geografin Silke von Bremen dem “Stern”. Sie selbst geht mit gutem Beispiel voran und fährt den kleinen orangenen Stromer Mega eCity, der im Jahr 180 Euro Versicherung und 50 Euro an Strom kostet.
Was viele Verbraucher davon abhält, auf ein umweltfreundliches Elektroauto umzusteigen, ist die noch relativ geringe Reichweite. Das ist auf Sylt kein Problem, denn die Insel misst in ihrer gesamten Länge von der Süd- bis zur Nordspitze weniger als 35 Kilometer. Bürgermeisterin und Verwaltungschefin Petra Reiber sieht in den Stromern die ideale Ergänzung zum Fahrrad und Busverkehr und plant den Ausbau der Elektromobilität mit Mietwagen. Schon jetzt wurden kleinere Projekte realisiert und die ersten Ladesäulen aufgestellt.
Doch das reicht noch lange nicht, wie ein Klimaschutz-Gutachten kürzlich gezeigt hat. Deshalb gibt es weitere Überlegungen wie die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Strandparkplätzen, an denen die Mietwagen mit Strom betankt werden können. Grüner Strom ist gut für die CO2-Bilanz der Insel und kann schon jetzt von dem Sylter Energieversorger bezogen werden. Wie die Pläne konkret umgesetzt werden können und vor allem, mit welchen Kosten die Insel hier rechnen muss, soll ein Gutachten klären. Möglich werden diese Maßnahmen nur, wenn nicht nur die Gemeinde Sylt, sondern auch die übrigen Gemeinden (Hörnum, List, Kampen, Wenningstedt) ihre Zustimmung erteilen. (mh)




