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ADL-Studie: AKW-Rückbau könnte 18 Milliarden Euro kosten

ADL-Studie: AKW-Rückbau könnte 18 Milliarden Euro kosten
Einer Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little (ADL) zufolge wird der Rückbau der AKWs 18 Milliarden Euro kosten. (Foto: © Mildenberger / Pixelio)

Die Abschaltung der Atomkraftwerke im Zuge der Energiewende stellt die AKW- Betreiber vor große Herausforderungen. Nach der Abschaltung der AKWs müssen diese komplett zurückgebaut werden. Die Kosten, die die Konzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall zu tragen haben, belaufen sich laut einer aktuellen Studie von Arthur D. Little (ADL) auf rund 18 Milliarden Euro. Die Unternehmensberatung hat für ihre Studie die Kosten für den Rückbau jedes einzelnen Atomkraftwerks berechnet.

In Deutschland müssen nach Abschaltung des letzten Atommeilers 17 Kraftwerke abgebaut werden. Dieser Vorgang wird Experten zufolge mehrere Jahrzehnte dauern. Zunächst müssen die Brennstäbe in den AKWs einige Jahre kontrolliert abklingen. Die Kosten für diese Phase belaufen sich der Studie zufolge auf 150 bis 200 Millionen Euro pro Anlage. Erst danach kann mit dem Abbau der Atomanlage begonnen werden. Schätzungen zufolge planen die Energiekonzerne für diese Phase noch einmal 10 bis 15 Jahre ein. Der eigentliche Rückbau der Kraftwerke wird mit etwa 14 Milliarden Euro zu Buche schlagen.

Im Gespräch mit dem “Handelsblatt” sagte Ulf Kutscher vom Entsorger Nukem, dass man erst abwarten müsse, ob man mit den genannten Beträgen auskommen wird. Bislang habe man lediglich Erfahrung mit Forschungsreaktoren und kleinen Meilern der ersten Generation. Große Kernkraftwerke habe man bislang noch nicht zurückgebaut. Die vier großen deutschen Energiekonzerne haben sich bereits auf den auf sie zukommenden Kostenberg vorbereitet: Rund 30 Milliarden Euro sollen die Unternehmen für den Rückbau der AKWs zurückgestellt haben. RWE soll rund 10 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt haben, E.on sogar zwölf Milliarden Euro und EnBW und Vattenfall 5,4 und 2 Milliarden Euro.

Profitieren dürften die Nukleardienstleister, die sich auf Aufträge zum Rückbau der AKWs freuen können. Im Juni hatte die Bundesregierung im Rahmen der Energiewende beschlossen, die im letzten Jahr zugesagte Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke zurückzunehmen. Bis zum Jahr 2022 soll der endgültige Ausstieg aus der Kernenergie gelingen. Dazu werden die deutschen AKWs sukzessive stillgelegt. (ok)