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Öko-Test: Viele Pflanzenschutzmittel in Gewürzen

Öko-Test: Viele Pflanzenschutzmittel in Gewürzen
Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat Gewürze unter die Lupe genommen. In diesen finden sich oft Pflanzenschutzmittel. (Foto: © Tomsk / Pixelio)

Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat sich in der Welt der Gewürze einmal genauer umgesehen und speziell die Gewürze Paprika, Oregano und Curry unter die Lupe genommen. In dem Test wurden 10 verschiedene Paprika-Sorten (edelsüß und rosenscharf), 10 Oregano- Sorten und 10 Curry-Mischungen diverser Marken im Labor auf über 500 Pestizide, Rückstände des giftigen Begasungsmittels Ethylenoxid, Pilzgifte und Keime geprüft. Das Ergebnis: Bis zu 15 verschiedene Pflanzenschutzmittel wurden in einem einzigen Gewürz gefunden. Zwar liegen die Mengen der nachgewiesenen Pestizide unter den gesetzlichen Höchstwerten, doch niemand weiß, wie gefährlich die sogenannten Mehr- fachrückstände (= Kombi verschiedener Pestizide) tatsächlich sind.

Dass so viele unterschiedliche Pflanzenschutzmitteln in einzelnen Gewürzen nachzuweisen sind, liegt daran, dass die Grundzutaten der Gewürze von unzähligen verschiedenen Feldern aus der ganzen Welt stammen können. Öko-Test macht dies an einem Beispiel deutlich: Ein Glas “Paprika rosenscharf” kann beispielsweise eine brasilianische Sorte Paprika für den Grundgeschmack enthalten und darüber hinaus noch eine Spur indisches Chili für die nötige Schärfe und etwas fruchtige Paprika aus Ägypten. Doch auch die Grundzutaten können schon aus Mischungen bestehen. Je mehr Zutaten aus verschiedenen Ländern in einem Gewürz zu finden sind, desto größer kann auch die Zahl verschiedener Pestizide sein. Bei Gewürzen gibt es darüber hinaus noch ein anderes Problem: Durch das Trocknen konzentrieren sich auch die winzigen Rückstände, die in der frischen Ware noch gar nicht nachgewiesen werden konnten.

Die Bestnote “sehr gut” konnten fast nur Bio-Gewürze erreichen, während insgesamt 8 Produkte (ausschließlich konventionelle Produkte) mit der Note “mangelhaft” oder “ungenügend” durchgefallen sind. Unter diesen Produkten befanden sich auch Produkte namhafter Marken wie Fuchs, Ostmann oder Wagner. Abgewertet wurde auch das Timbu Currypulver gemahlen von Penny, weil hier das giftige Ethylenoxid nachgewiesen wurde - wenn auch in einer Menge, die unter dem gesetzlichen Grenzwert liegt. Auch Curry scharf von Sonnentor wurde konsequent abgewertet, weil dieses Produkt als Bio-Ware deklariert ist, aber eine um sieben Mal höhere Menge des Unkrautvernichtungsmittels Linuron enthielt als erlaubt. Desweiteren fand das Labor in zwei Organo- Proben erhöhte Mengen des Bakteriums Bacillus cereus, das in größeren Mengen Lebensmittelvergiftungen auslösen kann. In vier Proben wurden außerdem Spuren von Senf oder Sellerie nachgewiesen, die nicht auf der Zutatenliste standen, aber allergische Reaktionen auslösen können.

Öko-Test rät angesichts der Test-Ergebnisse zu dem Kauf von Bio- Gewürzen. Zumindest tendenziell haben diese eine geringere Pestizid- Belastung als herkömmliche Gewürze. Sich auf Markennamen wie Fuchs, Ostmann oder Wagner zu verlassen, ist keine Garantie für eine pflanzenschutzmittelfreie Ware, wie der Test gezeigt hat. (mh)