Für bessere Luftqualität: Paris startet Elektroauto-Leihsystem

Die französische Hauptstadt Paris möchte ihre Luftqualität verbessern und testet deshalb seit vergangener Woche den Einsatz von Elektroautos im Stadtgebiet. In dem Elektroauto-Leihsystem namens Autolib’ sind vorerst 66 Elektrofahrzeuge verfügbar, die von den Bürgern an aktuell 33 Punkten ausgeliehen werden können. Bis Dezember 2011 soll die Anzahl der im Stadtgebiet verfügbaren Elektroautos auf 250 Fahrzeuge erweitert werden. In den nächsten fünf Jahren soll die Flotte auf bis zu 5000 Fahrzeuge mit rein elektrischem Antrieb anwachsen. Darüber hinaus will Investor Vincent Bolloré, der mit seinem Unternehmen das Leihsystem betreibt, bis 2012 rund 1000 Ladestationen errichtet haben.
Das Autolib’-System funktioniert ähnlich wie der im Jahr 2007 in Paris eingeführte Fahrrad-Verleih Vélib’. Wer sich für eine Fahrt ein Elektroauto ausleihen möchte, kann zuvor ein Abonnement für einen Tag, eine Woche oder ein ganzes Jahr abschließen. Die zu zahlende Leihgebühr richtet sich nach der Länge der Fahrt, die der Fahrer mit dem auf den Namen “Bluecar” getauften Elektroauto unternimmt. Die E-Autos haben eine maximale Reichweite von 250 Kilometern, bevor ein Zwischenstopp an der Ladesäule fällig ist. Das “Bluecar” setzt auf einen Lithium-Metall- Polymer-Akku, der eigens für das Fahrzeug entwickelt wurde.
Die Höchstgeschwindigkeit der Bluecar beträgt den Angaben zufolge 130 km/h, was für das Stadtgebiet völlig ausreichen dürfte. Beim Bremsen wird die dabei entstehende Energie in den Akku gespeist, um dessen Reichweite zu verlängern. Den Sprint von 0 auf 60 km/h bewältigt der Stromer in 6,3 Sekunden. Die Jahresgebühr wird die Pariser 144 Euro kosten. Hinzu kommt noch eine Gebühr für die Fahrt: Die erste halbe Stunde wird mit 5 Euro berechnet, die zweite mit 4 Euro. Jede weitere halbe Stunde kostet dann 6 Euro. Mit diesem Preismodell möchte man erreichen, dass die Autos nur für kurze Strecken genutzt werden.
Für die Investoren ist das Projekt vor allem aufgrund des in Frankreich sehr günstigen Atomstroms interessant. Von den Umweltverbänden hagelt es jedoch Kritik an dem Leihservice, da die Fahrzeuge von den Nutzern überall abgestellt werden können und danach von den Autolib’- Angestellten an die Stationen zurückgefahren werden müssen. Dadurch werde der Energieverbrauch unnötig in die Höhe getrieben. Neben der Bolloré-Gruppe hatten sich auch Daimler mit dem Elektro-Smart und Renault für das Projekt beworben. (ok)




