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Etikettenschwindel: Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom

Etikettenschwindel: Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom
Experten der Umweltorganisation Greenpeace und Verbraucherschützer warnen vor Ökostrom, der in Wahrheit keiner ist. (Foto: © Brockmann / Pixelio)

Dass da wo Ökostrom draufsteht nicht auch immer Ökostrom drin sein muss, ist mittlerweile vielen Verbrauchern bekannt. Nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima ist die Nachfrage nach grünem Strom sprunghaft angestiegen. Viele der Ökostrom-Tarife sind jedoch alles andere als grün, wie Andrée Böhling, Energie- experte bei Greenpeace, nocheinmal im Gespräch mit der Zeitung “Stuttgarter Nachrichten” klarstellt. “Vieles von dem, was sich auf dem Markt der Ökostrom- angebote tummelt, gleicht einer Mogelpackung”, so Böhling. Oft werde der Strom, der in den Ökostrom-Tarifen angeboten wird, in Kohle- und Atomkraftwerken produziert und habe daher kaum einen ökologischen Nutzen. Grundlage für den “Etikettenschwindel” seien die sogenannten RECS-Zertifikate, mit denen sich Kohle- und Atomstrom ganz einfach in Ökostrom umwandeln lässt, ohne, dass es der Kunde sofort bemerkt.

Laut Christian Michaelis, Energieexperte der Verbraucherzentrale Baden- Württemberg, verdienen rund 90 Prozent der Ökostrom-Angebote ihren Namen nicht. Neben den RECS-Zertifikaten gebe es nämlich auch das Problem, dass einige Anbieter den Ökostrom nur aus alten Anlagen beziehen und so der Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht weiter gefördert wird. “Die ökologische Wirkung vieler Ökotarife geht gegen Null”, so Michaelis. Um einen Beitrag zur Energiewende zu leisten, müssen die Anbieter in neue Anlagen investieren, durch die ältere verdrängt werden. Die Experten raten Stromkunden, sich bei dem jeweiligen Anbieter zu informieren, bevor sie seinen Strom kaufen.

Auch ein Blick auf die Ökostrom-Label, mit denen der Tarif versehen ist, kann Aufschluss über die Herkunft des Ökostroms geben. Als ein guter Wegweiser gelten die Siegel “Grüner Strom” und “ok power”. Bei Tarifen, die ausschließlich mit den oben genannten RECS- oder TÜV-Zertifikaten versehen sind, sollte unbedingt genauer hingesehen werden, woher der Strom stammt und ob die Anbieter in neue Anlagen investieren.

Auf Nummer sicher gehen: In Deutschland gibt es momentan nur eine Handvoll Anbieter, die zu 100% Strom aus regenerativen Energiequellen anbieten und diese intensiv mit dem Bau von neuen Anlagen fördern. Die bekanntesten Anbieter sind Greenpeace Energy, LichtBlick, Naturstrom und die EWS Schönau. Bei der Wahl dieser Anbieter kann man ganz sicher sein, dass man zum einen 100% Strom aus regenerativen Energiequellen erhält und darüber hinaus auch noch aktiv zum Ausbau der Ökostrom-Anlagen beiträgt. Welche Anbieter Ökostrom-Tarife im Angebot haben, können Sie in diesem Rechner erfahren. (ok)