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Neue Stiftung soll Rückbau von Atomkraftwerken erleichtern

Neue Stiftung soll Rückbau von Atomkraftwerken erleichtern
Medienberichten zufolge soll eine Stiftung die Kosten für den Rückbau der deutschen Atomkraftwerke übernehmen. (Foto: © Mildenberger / Pixelio)

Nach der Entscheidung der Bundes- regierung im Frühjahr 2011, die im letzten Jahr beschlossene Laufzeitverlängerung der deutschen AKWs, zurückzunehmen, wurden und werden die Atommeiler bis zum Jahr 2022 nach und nach stillgelegt. Nach ihrer Abschaltung sollen die AKWs zurückgebaut werden, doch das wird teuer: Nach einer aktuellen Studie von Arthur D. Little (ADL) belaufen sich die Kosten für den kompletten Rückbau der Atomkraftwerke in Deutschland auf rund 18 Milliarden Euro.

Wie das “Handelsblatt” berichtet, ist nun eine neue Stiftung im Gespräch, mit deren Hilfe der Rückbau der Atommeiler erleichtert werden soll und die es den Energieversorgen gleichzeitig erlauben soll, in erneuerbare Energien zu investieren. Der Plan, der von der Investmentbank Lazard ausgearbeitet wurde, sei noch streng vertraulich, heißt es. Konkret ist darin vorgesehen, dass die Versorger ihre Atomstrom-Einnahmen in eine staatliche Stiftung fließen lassen, die dafür die Kosten übernimmt, die für den Rückbau der Atomkraftwerke anfallen. Dabei werden Einnahmen von 15 Milliarden Euro und Ausgaben von 28 Milliarden Euro einkalkuliert.

Die Differenz müsste in diesem Fall der Staat übernehmen, der im Gegenzug Schuldscheine der Versorger erhält. Diese könnten nur durch eine deutlich höhere Investition in die Erneuerbaren abgelöst werden. Laut dem Handelsblatt gehe es um Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro. Dem Bericht zufolge kennt der Vorsitzende der Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadi, die Pläne schon. Er bezeichnet sie grundsätzlich als “ein erfolgversprechender Weg”, um die Energiewende anzukurbeln.

Allerdings kommen die Pläne nicht überall gut an. So kritisiert z.B. die Anti-Atomkraft-Organisation “Ausgestrahlt”, dass der Steuerzahler die Risiken des Atomkraftwerk-Rückbaus tragen müsse, während die vier großen Energieversorger dabei unterstützt werden, ihre Dominanz auf dem Markt auch im Bereich der erneuerbaren Energien zu sichern. Die Kosten für den Rückbau von Atomkraftwerken seien schon immer in die Strompreise eingerechnet worden, deshalb sei es auch völlig “absurd” zu behaupten, dass die Stiftung dem Ausbau der erneuerbaren Energien dienen solle, so Sprecher Jochen Stay. (mh)