Öko-Test: Viele Buntstifte gehören nicht in Kinderhände
Bunststifte finden sich in fast jedem Kinderzimmer, doch viele Stifte dürften eigentlich überhaupt nicht in Kinderhände gelangen. Zu diesem Ergebnis kommt nun das Frankfurter Verbrauchermagazin Öko- Test, das sich 20 Buntstift-Sets aus der Preisspanne von 1,29 bis 17,75 Euro pro Packung einmal genauer angesehen und im Labor auf Schadstoffe hat überprüfen lassen. Das enttäuschende Ergebnis: Die Hälfte der getesteten Produkte fiel durch und erhielt nur die Note “ungenügend”.
Ein Produkt fiel im Test besonders auf - im negativen Sinn: Die Idena Dreikantbuntstifte „Dickkern“ sind mit Lack überzogen, der mehr als 1000 Milligramm des Pththalatweichmachers DiBP enthält. Phthalate stehen im Verdacht, eine hormonelle Wirkung zu haben und die Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane schädigen zu können. Außerdem werden sie in der Umwelt kaum abgebaut. Die vergleichbare Substanz DBP ist in Spielzeug verboten, Experten sind der Meinung, dass solche Stoffe in Bunststiften nichts zu suchen haben, weil es fast immer dazu kommt, dass Kinder die Produkte beim Malen in den Mund nehmen oder sogar an ihnen herumknabbern, wenn sie sich konzentrieren.
Doch nicht nur dieses Produkt fiel im Test durch. Andere Stifte enthalten krebserregende Farbbestandteile wie aromatische Amine. Hier wurden teilweise auch erhöhte Mengen von polyzyklischen aromatischen Kohlen- wasserstoffen (PAK) nachgewiesen, die ebenfalls Krebs erregen können. Unter den mit “ungenügend” bewerteten Buntstiften fanden sich auch Marken-Produkte von Faber-Castell, Staedtler und Schwan-Stabilo. Das Problem ist, so die Redaktion von Öko-Test, dass die Buntstifte trotz der umstrittenen Inhaltsstoffe die gesetzlichen Bestimmungen erfüllen, die nach Ansicht der Verbraucherschützer jedoch keinen ausreichenden Schutz bieten. Sie fordern deshalb dringend Nachbesserungen bei den gesetzlichen Regelungen um die Kinder vor Giftstoffen zu schützen.
Dass der Einsatz von bedenklichen oder umstrittenen Inhaltsstoffen bei Buntstiften völlig überflüssig ist, zeigen die Bic Kids Ecolutions Evolution Triangle Stifte von Bic, die als einzige im Test keine Belastung aufwiesen und deshalb die Note “sehr gut” erhielten. Ebenfalls “gut” sind die 8 Farb Mammut Super Dicke Buntstifte von Ökonorm aus dem Naturwarenladen. Insgesamt 7 Produkte waren immerhin noch “befriedigend”, darunter befanden sich auch Stifte mit Minen aus Pigmenten aus Pflanzenfarben. Eltern sollten sich für Buntstifte aus naturbelassenem Holz entscheiden, denn sie sind nicht mit Lack ummantelt, in dem sich die Gefahrenstoffe, insbesondere Weichmacher, verstecken. Eine gute Orientierung darüber hinaus bietet auch das FSC-Zeichen, das Produkte kennzeichnet, deren Holz aus ökologisch und sozial nachhaltiger Waldwirtschaft stammt. (mh)




