Elektroautos: Experten halten 4.000 Euro Kaufprämie für nötig

Elektroautos haben ohne staatliche Kaufprämie auf dem deutschen Markt keine Chance. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie der TU München und der Anwaltskanzlei Taylor Wessing, die der Tageszeitung “Die Welt” vorliegt. Für die unter dem Titel “Future eMobility” durchgeführte Studie wurden Antworten von 180 Experten ausgewertet. 56% sind der Meinung, dass die Bundesregierung den Kauf eines Elektroautos mit 4.000 Euro unterstützen müsse, damit die elektrische Antriebsart eine Zukunft habe. Prämien von weniger als 2.000 Euro würden hingegen keinen Sinn machen, heißt es in der Studie. 2.000 Euro seien die absolute Untergrenze für eine Förderung. Dass die Kauf- prämie als Anreiz nötig ist, davon sind 98% der Experten überzeugt.
Die Bundesregierung will bis zum Jahr 2020 mindestens eine Million Stromer auf deutschen Straßen fahren sehen. Anstelle von direkten Kaufprämien, wie es sie auch schon in anderen Ländern gibt, möchte man allerdings andere Anreize schaffen: Neben dem Erlass der Kfz- Steuer sollen die Stromer zum Beispiel in Städten Busspuren nutzen dürfen. Sollte sich die Bundesregierung für eine Subventionierung im vierstelligen Bereich entscheiden, glauben fast 56 Prozent der Experten, dass das Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 zu erreichen ist.
Was die Höhe der Förderung angeht, gehen die Meinungen der Experten weit auseinander: Während der Großteil glaubt, dass eine Förderung in Höhe von 4.000 Euro ausreichend ist, um der Elektromobilität schnell auf die Beine zu helfen, sind immerhin rund 10 Prozent der Auffassung, dass die Förderung jenseits der 8.000 Euro liegen müsse, um einen wirksamen Effekt zu haben. Die Macher der Studie gingen von einem Elektro- oder Hybridauto mit einem Kaufpreis von 40.000 bis 50.000 Euro aus. Aber auch die Kunden sind heute schon bereit, für ein Auto mit einem Öko- Antrieb deutlich mehr Geld auszugeben: Der Studie zufolge würden sie etwa ein Viertel mehr in ein Auto mit Öko-Antrieb investieren. Dabei wünschen sich die Kunden ein “grünes Gesamtpaket”. Das bedeutet, dass die Batterien des Elektro- oder Hybridautos auch mit Strom aus erneuerbaren Energien gespeist werden müssen.
Unschlüssig sind sich die Experten bei der Frage, welche Antriebsform sich am Ende durchsetzen wird. Aktuell räumen sich Hybrid-, Brenn- stoffzellen- und Elektroautos noch dieselben Chancen ein. Sie sind sich jedoch sicher, dass die klassische Tankstelle zum Auslaufmodell wird. Künftig würden Fahrzeuge zu Hause oder auf der Arbeit “betankt”. (ok)




