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Studie: Ausbau der erneuerbaren Energien könnte günstiger sein

Studie: Ausbau der erneuerbaren Energien könnte günstiger sein
Laut einer Studie könnte der Ausbau der erneuerbaren Energien deutlich günstiger erfolgen als bisher angenommen. (Foto: © Sturm / Pixelio)

Dass regenerative Energien und deren Ausbau in Deutschland stark gefördert werden, löst immer wieder heftige Kritik aus. So belief sich alleine die EEG-Umlage im letzten Jahr auf gut 2 Cent pro kWh Strom und stieg seit Anfang 2011 auf 3,5 Cent pro kWh Strom, was einem Anstieg von 70% entspricht. Am nächsten Freitag soll bekanntgegeben werden, wie hoch die Umlage im kommenden Jahr ausfallen wird. Energieexperten gehen davon aus, dass sie weiter steigen wird.

Eine Analyse der Stiftung “100 Prozent erneuerbar” hat jedoch ergeben, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland wesentlich kostengünstiger sein könnte als bislang gedacht. Wie das “Handelsblatt” nun berichtet, könnten Änderungen im Vergütungssystem für Solar- und Windstrom dafür sorgen, dass zwischen 2012 und 2020 mehr als 10 Mrd. Euro eingespart werden können. Dazu müsste das bestehende Vergü- tungssystem reformiert und der Vergütungssatz für diese erneuerbaren Energiearten reduziert werden. Zudem soll sich die Höhe der Vergütung viel mehr an den jeweiligen Standortbedingungen orientieren. Mit anderen Worten: Anlagen an ertragsschwächeren Standorten sollen stärker und an ertragsstarken Standorten weniger stark gefördert werden. Ziel dieser Ungleichbehandlung soll eine gleichmäßigere Verteilung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien sein.

Die Stiftung “100 Prozent erneuerbar” wird von Privatpersonen getragen, die mit erneuerbaren Energien Geld verdienen. Sie fordert umgehend die Implementierung verschiedener Maßnahmen, um bis zum Jahr 2020 die doppelte Menge erneuerbare Energien zu realisieren und das nur zum halben Preis. Dazu soll das Ausbauziel für erneuerbare Energien von 35% auf rund 50% erhöht und die Flächenkategorien für Solarkraftwerke ausgeweitet werden. Für die Windenergie an Land (Onshore-Energie) sollen die derzeitigen Rahmenbedingungen beibehalten werden, der Ausbau der Windkraft auf hoher See (Offshore) soll gestoppt werden.

Die Prognosen der Bundesregierung für das Jahr 2020 gehen der Stiftung noch nicht weit genug. Nennt die Bundesregierung für dieses Datum einen Anteil von 13% für die Onshore-Windenergie und von 5% für die Offshore-Windenergie, plädiert die Stiftung für einen Anteil von 25% bei der Onshore- Windenergie und von weniger als 1% bei der Offshore-Windenergie. Anstatt des von der Bundesregierung prognostizierten Anteils von Solarstrom von 9%, befürwortet die Stiftung einen Anteil von 15% (jeweils zur Hälfte gewonnen aus Dach- und günstigen Freiflächen). Bei den sonstigen Formen der erneuerbaren Energiequellen weichen die Prognosen weniger stark ab (Bundesregierung: 8%, Stiftung: 10%). So ergibt sich insgesamt eine Differenz von einem Anteil von rund 15%. Legt man hier die von der Stiftung anvisierten Kosten von rund 0,8 Milliarden Euro pro 1% Anteil zugrunde anstatt der bislang angelegten 1,5 Milliarden Euro, kommt man auf die geforderte Ersparnis. (mh)