Fukushima: Tepco spannt Polyester-Plane über zerstörten Reaktor

Noch immer wird mit Hochdruck an dem Atomkraftwerk in Fukushima gearbeitet. Seit der Explosion der Reaktorgebäude nach dem verheerenden Erdbeben und dem folgenden Tsunami im März dieses Jahres tritt noch immer Radioaktivität in die Umwelt aus. Reaktorbetreiber Tepco war es im vergagenen Monat erstmals gelungen, die Temperatur in den drei beschädigten Reaktoren unter 100 Grad Celsius zu kühlen. Jetzt wurde das erste zerstörte Reaktorgebäude mit einer Plane aus Polyester abgedeckt. Sie soll verhindern, dass weitere Radioaktivität austritt. Um die Planen über die Gebäude spannen zu können, wurde ein Stahlgerüst errichtet. Laut Tepco kann in Verbindung mit einem neuen Belüftungssystem etwa 90% der Radioaktivität aufgefangen werden.
Die Vorrichtung soll Tepco zufolge bis Ende Oktober fertiggestellt sein. Sollte sich das System bewähren, will man auch die anderen Reaktoren mit den Polyesterplanen abdecken. Die Planen können erst jetzt über den Gebäuden installiert werden, da zunächst die Temperatur im Inneren der Reaktoren auf unter 100 Grad Celsius gesenkt werden musste. Ziel ist eine Kaltabschaltung der Reaktoren zu erreichen. Nur so kann Tepco sicherstellen, dass keine spontane Kernschmelze mehr stattfinden kann.
Die Betreiber müssen die Temperatur im Inneren der Reaktoren jedoch weiter im Auge behalten. Nur wenn die Temperatur über einen längeren Zeitraum stabil ist, kann die Kaltabschaltung verkündet werden. Tepco geht aktuell davon aus, dass man dieses Ziel bis Ende dieses Jahres erreichen könnte. Für die Menschen, die die Sperrzone rund um das Atomkraftwerk räumen mussten, wäre dies eine sehr gute Nachricht: Sobald die Kaltabschaltung verkündet wurde, können rund 80.000 Einwohner in ihre Häuser zurückkehren. Sie mussten ihren gesamten Besitz zurücklassen und wohnen seit dem Unglück in Notunterkünften.
Im nächsten Schritt muss die Regierung für die Dekontamination der verseuchten Gebiete sorgen. Im ersten Schritt wurden bereits öffentliche Gebäude gereinigt. Vor Schulen und Kindergärten wurde der verseuchte Boden abgetragen und entsorgt. Die Regierung geht davon aus, dass die Dekontaminationsarbeiten noch bis März 2014 andauern werden. (ok)





