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Studie: Masthähnchen enthalten zu viel Antibiotika

Studie: Masthähnchen enthalten zu viel Antibiotika
Laut dem nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministeriums werden in der Hähnchenmast zu viel Antibiotika eingesetzt. (Foto: © SueSchi / Pixelio)

Wie eine bundesweite Studie des nordrhein-westfälischen Verbraucher- schutzministeriums ergeben hat, werden in der Hähnchenmast viel mehr Antibiotika eingesetzt als bislang angenommen. Bei der Überprüfung von 962 Hähnchenmast- durchgängen aus 182 Betrieben im ersten Halbjahr 2011 stellte sich heraus, dass 83 Prozent der untersuchten Durchgänge antimikrobiell wirksame Mittel enthielten. In einigen Fällen wurden bis zu acht verschiedene Antibiotika im Futter der Tiere gefunden, berichtet “NDR Info”.

Experten vermuten, dass die Mäster Antibiotika als Wachstumsdoping einsetzen. Der wachstumsfördernde Einsatz von Antibiotika ist allerdings schon seit 2006 in der gesamten EU verboten. Die Medikamente dürfen nur noch eingesetzt werden, wenn ein Tierarzt diese für erkrankte Tiere verschreibt. In diesen Fällen werden Antibiotika in der Regel 5-6 Tage lang eingesetzt. In der Studie fanden sich jedoch in 53 Prozent der Fälle Antibiotikagaben an 1-2 Tagen, was den Verdacht des Wachstumsdoping erhärtet. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) streitet den Einsatz von Antibiotika als Wachstumsdoping bei Hähnchen vehement ab. ZDG-Geschäftsführer Thomas Janning bezeichnete den Vorwurf als Unterstellung, die “schlicht nicht wahr” sei.

Dabei ist eine Mast ohne Antibiotika durchaus möglich, wie die 17 Prozent zeigen, die ohne Antibiotika auskamen. Vor allem in kleinen Betrieben mit weniger als 20.000 Tieren stellten die Tester einen geringen Antibiotika- Einsatz fest. Weil die Auswertung der Studie noch andauert, gibt es noch keine Stellungnahme von dem NRW-Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. Mitte November sollen die endgültigen Ergebnisse vorgestellt werden. Noch ist unklar, ob die betroffenen Tiere geschlachtet werden dürfen oder ob es eine Sperrung der Bestände geben wird.

Das Problem ist nach wie vor, dass es - anders als in der Schweine- und Rindermast - nur relativ ungenaue Erfassungen über den Gebrauch von Medikamenten in der Geflügelmast gibt. Es gibt Pläne, nach denen ab 2012 die Lieferung von Antibiotika in die einzelnen Regionen genauer überwacht werden soll, so dass ein übermäßiger Einsatz dann schneller auffällt. Allerdings soll es nach aktuellen Planungen ausgerechnet für die Hähnchenmast Ausnahmegenehmigungen geben. (mh)