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Mindestens 22 Cent pro Beutel: Grüne fordern Steuer auf Plastiktüten

Mindestens 22 Cent pro Beutel: Grüne fordern Steuer auf Plastiktüten
Die Grünen fordern eine Steuer auf Plastiktüten. Mindestens 22 Cent pro Beutel sollen den Verbrauch deutlich reduzieren. (Foto: © Cfalk / Pixelio)

Im Rahmen der Reform des Abfallgesetzes fordern die Grünen eine Zwangsabgabe auf Plastikbeutel. Diese soll mindestens 22 Cent pro Beutel betragen. In anderen Ländern werden Plastiktüten bereits hoch besteuert. So müssen die Verbraucher in Irland beispielsweise schon seit 2002 für jeden Beutel aus Plastik eine Abgabe leisten. Diese betrug zunächst 15 Cent pro Beutel und wurde 2007 auf 22 Cent erhöht. Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Dorothea Steiner, erklärte gegenüber der “Süddeutschen Zeitung”, dass in Irland seitdem 90 Prozent weniger Plastikbeutel verwendet werden. Die Einnahmen, die aus einer Plastiktüten-Steuer resultieren werden, sollen unter anderem für bessere Verbraucherinformationen und die Weiterentwicklung von umweltfreundlichen Verpackungen verwendet werden.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) begrüßt den Vorschlag der Grünen und plädiert ebenfalls für Maßnahmen, die den Verbrauch von Plastiktüten deutlich reduzieren. Völlig anders bewertet jedoch der Industrieverband Papier- und Folienverpackung (IPV) den Vorstoß der Grünen. Geschäftsführer Bernhard Sprockamp erklärt, dass der Verbrauch in Deutschland stark zurückgegangen sei, seitdem die Tüten Geld kosten. Hierzulande würde jeder Plastikbeutel im Durchschnitt fünfmal benutzt werden, bevor er schließlich weggeworfen werde. Eine Steuer auf Plastikbeutel hält er für eine Schröpfung der Verbraucher.

Das Umweltbundesamt schätzt, dass jedes Jahr 5 Millionen Plastiktüten für den deutschen Markt hergestellt werden - das entspricht einem Durchschnitt von 65 Tüten pro Person. Das mag viel klingen, ist aber im europäischen Vergleich noch wenig: im Durchschnitt verbraucht jeder EU- Bürger jährlich 500 der Plastikbeutel. Der Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages geht davon aus, das Jahr für Jahr mehr als 500 Milliarden Tüten aus Plastik produziert werden.

Auch in der Europäischen Union gibt es deshalb schon seit längerem Überlegungen, europaweite Maßnahmen zu erarbeiten, mit denen die Flut der Plastiktüten eingedämmt werden kann. Diese hat nämlich fatale Folgen auf die Umwelt, da die Tüten nicht biologisch abbaubar sind und sowohl an Land als auch im Wasser Tiere gefährden und so in die Nah- rungskette gelangen können. In Italien und Indien sind Plastiktüten bereits komplett verboten und in Australien wird ebenfalls über ein Komplettverbot für Plastikbeutel nachgedacht. (mh)