“WISO”: Ökostrom-Anbieter tragen kaum etwas zur Energiewende bei
Wie das ZDF-Magazin “WISO” berichtet hat, tragen die Ökostrom-Anbieter kaum zur Energiewende in Deutschland bei. Das Magazin behauptet, dass der Großteil des verkauften Ökostroms in alten Anlagen im Ausland produziert würde. Grund hierfür sei in erster Linie die praktisch fehlende Wirtschaftlichkeit des grünen Ökostroms in Deutschland, der nur durch die üppige Förderung des Energie-Einspeisegesetzes (EEG) produziert werde. Das ZDF-Magazin hatte recherchiert, wie sich der Strom-Mix unter anderem bei den großen Ökostrom-Anbietern Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom im Jahr 2010 zusammensetzte. Die Auswahl der Anbieter erfolgte auf Basis der Empfehlung von Verbraucherverbänden, dem Öko-Institut und dem TÜV, die diese als seriös einstufen.
Tatsächlich handle es sich zwar bei den Angeboten der oben erwähnten Anbieter um echten Ökostrom. Aber dieser stamme zum größten Teil aus norwegischer oder österreichischer Wasserkraft. Der Ökostrom aus dem Hause Lichtblick setzt sich “WISO” zufolge aus 98 Prozent Wasserkraft und etwa zwei Prozent Biomasse zusammen. Damit habe das Produkt zwar grundsätzlich die Bezeichnung Ökostrom verdient, dieser stamme jedoch zu 35 Prozent aus Österreich und 62 Prozent aus Norwegen und trage so nur sehr wenig zur Energiewende in Deutschland bei. Ähnliche Werte finden sich auch bei Greenpeace Energy oder Naturstrom.
Greenpeace Energy hat bereits auf den “WISO”-Bericht reagiert und erklärt, dass es wichtig sei, dass die Anbieter unabhängig von der Atom- und Kohleindustrie sind. Darüber hinaus sei es wichtig, dass der Strom aus Kraftwerken stamme, die ebenfalls nicht mit den Atom- und Kohle-Konzernen verstrickt sind. Da der vom Kunden bestellte Ökostrom auch konsequent ins Netz eingespeist werde, ist es laut Greenpeace Energy unerheblich, ob die Anlagen im In- oder Ausland stehen. Greenpeace Energy garantiert seinen Kunden, innerhalb von fünf Jahren vollständig aus neuen Ökostrom-Anlagen beliefert zu werden.
Über das Tochterunternehmen Planet energy will Ökostrom-Anbieter Greenpeace Energy bis Ende dieses Jahres drei Photovoltaikanlagen und acht Windparks errichtet und dafür etwa 108 Millionen Euro investiert haben. Langfristig verfolgt Greenpeace Energy das ehrgeizige Ziel, alle seine Kunden mit grünem Strom aus eigenen Anlagen zu beliefern. (ok)




