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Kiira EV: Ugandas erstes selbstentwickeltes Elektroauto

Kiira EV: Ugandas erstes selbstentwickeltes Elektroauto
Uganda hat sein erstes, selbstentwickeltes Elektroauto: Der Kiira EV wurde in den vergangenen Tagen der Öffentlichkeit vorgestellt. (Foto: © FAISWAL KASIRYE)

Uganda hat jetzt sein erstes eigenes Elektroauto: Studenten der Makerere Universität haben unter der Leitung von Paul Isaac Musasizi das Elektroauto Kiira EV entwickelt und in den vergangenen Tagen erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Bei dem Kiira EV handelt es sich um einen rein elektrisch angetriebenen Zweisitzer. Für den Vortrieb sorgt ein 18 PS starker Elektromotor, der den Kiira EV auf eine Höchstgeschwindigkeit von 60 bis 65 km/h befördert. Für die Fahrt auf ugandischen Straßen dürfte das völlig ausreichen.

Den Entwicklern zufolge bringt es der kleine Stromer auf eine maximale Reichweite von rund 80 Kilometern. Danach ist ein Zwischenstopp an der Steckdose nötig. Wie lange der Kiira EV an dieser hängen muss, bis die Batterie vollständig aufgeladen ist, ist noch nicht bekannt. Als besondere Stärke stellen die Entwickler die Fähigkeit, auch sehr große Steigungen nehmen zu können, heraus. In ersten Praxistests habe man mit dem Elektroauto erfolgreich Steigungen von bis zu 55 Grad überwunden.

Bis auf die Komponenten für die Lenkung sind alle Bestandteile des Kiira EV in Uganda entwickelt worden. Das Projekt sollte ursprünglich schon im Jahr 2009 starten. Aufgrund von finanziellen Problemen musste der Start jedoch auf den Dezember 2010 verschoben werden. Durch Geldmittel, die Ugandas Präsident Museveni zur Verfügung gestellt hat, konnte ein Team bestehend aus 25 Entwicklern innerhalb von wenigen Monaten den nun öffentlich vorgestellten Prototyp anfertigen.

Ob der Kiira EV jemals in Serie gehen wird, steht noch nicht fest. Man wollte mit dem Projekt vor allem beweisen, dass man auch in Uganda fähige Ingenieure hat, die sich nicht vor ihren Kollegen aus den USA oder Deutschland verstecken müssen. Sollte der Kiira EV in Zukunft doch auf den Markt kommen, soll das elektrisch angetriebene Gefährt zwischen 10.000 und 15.000 US-Dollar kosten. Für den Großteil der ugandischen Bevölkerung bliebe der Kiira EV somit unerschwinglich. Uganda gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Der durchschnittliche Jahresverdient liegt bei knapp unter 300 US-Dollar. Mehr als 80 Prozent der Menschen haben pro Tag weniger als einen US-Dollar zur Verfügung. (ok)