Studie: Deutsche interessieren sich kaum für Elektromobilität

Noch führen Elektroautos in Deutschland ein Schattendasein. Nur wenige Deutsche planen in den kommenden Monaten oder Jahren auf ein Auto mit rein elektrischem Antrieb umzusteigen. Das zeigt auch eine aktuelle Studie zum Thema Trends beim Autokauf, die von dem Öl-Konzern Aral in Auftrag gegeben wurde. Demnach haben aktuell gerade mal 0,3 % der deutschen Autofahrer vor, in nächster Zeit ein E-Auto anzuschaffen. Zwar ist die theoretische Zustimmung zum Thema Elektromobilität sehr groß, eine konkrete Kaufabsicht innerhalb der nächsten 18 Monate ist aber bei den Befragten so gut wie gar nicht vorhanden.
Zwar kommen immer mehr attraktive Elektroautos auf den Markt, aber trotzdem können sich heute weniger Menschen den Kauf eines solchen Fahrzeugs vorstellen als es noch vor zwei Jahren der Fall war. Bei der Aral-Studie gaben lediglich 28 Prozent der Befragten an, sich überhaupt die Anschaffung eines mit Strom betriebenen Autos vorstellen zu können. Bei der Befragung vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 36 Prozent. Mit 46 Prozent gab knapp die Hälfte der Befragten an, dass der Stromer ihr Erstwagen wäre und dieser dementsprechend hohen Anforderungen gerecht werden müsse. So verlangen rund 80 Prozent der Befragten eine Reichweite von mindestens 300 Kilometern mit einer Akkuladung - ein Wert, den reine Stromer ohne Range-Extender bislang kaum erreichen.
Die Reichweite ist somit eines der entscheidenden Kriterien bei der Kaufentscheidung. Da rücken sogar Themen wie die noch nicht flächen- deckende Versorgung mit Ladestationen oder die Angst vor noch nicht ausgereifter Technologie in der Hintergrund. Beim Preis möchten die meisten Autofahrer für ein Elektroauto auf gar keinen Fall tiefer in die Tasche greifen müssen, als für ein Fahrzeug mit Benzin- oder Diesel- Motor. Im Durchschnitt würden die Käufer rund 22.300 Euro für einen Stromer ausgeben. Das sind 2.000 Euro weniger als noch vor zwei Jahren. Die meisten der aktuell verfügbaren Elektroautos (meistens Kleinwagen) kosten jedoch rund 30.000 Euro und mehr.
Auch das Thema CO2-Ausstoß scheint immer mehr an Bedeutung zu verlieren: Während vor zwei Jahren noch 59 Prozent der Befragten einen geringen CO2-Ausstoß für wichtig oder sehr wichtig hielten, waren es in der aktuellen Ausgabe der repräsentativen Studie nur noch 47 Prozent. Ob sich dieses Bild ändert, wenn das Modellangebot bei den Elektroautos wächst und die Anschaffungspreise langsam sinken, bleibt abzuwarten. Die Bundesregierung hat sich jedenfalls das Ziel gesetzt, bis 2020 rund eine Million Elektroautos auf die deutschen Straßen zu bringen. (ok)




