Studie: Fukushima hatte kaum Auswirkungen auf Wahl des Stromanbieters
Zwar sorgt das im März dieses Jahres havarierte Atomkraftwerk in Fukushima noch ab und zu für Schlagzeilen, auf die Wahl eines Stromanbieters hatte das Unglück bei den Verbrauchern aber nur wenig bis gar keinen Einfluss. Zu diesem Ergebnis ist nun eine Studie von Nordlight Research gekommen. Die Marktforscher haben das Konsumverhalten von privaten Stromkunden im Jahr 2011 unter die Lupe genommen. Kurz nach dem Unglück, als das Thema in aller Munde war und in den Medien nahezu pausenlos darüber berichtet wurde, dachte immerhin jeder dritte Bundesbürger über einen Wechsel seines Stromanbieters nach. Tatsächlich gewechselt haben allerdings nur etwa sieben Prozent der Kunden. Da die normale Wechselquote bei etwa fünf Prozent liegt, handelt es sich also nur um eine sehr kleine Steigerung.
Ökostrom anstelle von Atomstrom? Diese Frage scheint sich bei den Verbrauchern ebenfalls nur für sehr kurze Zeit gestellt zu haben. Zwar wurde Ökostrom kurz nach dem Atomunfall in Fukushima noch sehr stark nachgefragt, mittlerweile ist das Hauptaugenmerk der Stromkunden aber wieder auf den Preis zurückgekehrt. Bei der Wahl des Stromanbieters ist es also für viele Verbraucher eher nebensächlich, ob der Strom, der aus ihrer Steckdose fließt, aus Kohle- und Atomkraft oder aus erneuerbaren Energien stammt, solange der Preis je Kilowattstunde stimmt.
Ganz ohne Auswirkungen auf das Konsumverhalten der deutschen Stromkunden war das Unglück in dem japanischen Atomkraftwerk aber doch nicht: Zwar wechselten nur wenige Verbraucher, die auch zuvor noch nie ihren Stromanbieter gewechselt hatten, zu einem Ökostrom- Anbieter. Innerhalb der Gruppe der bereits erfahrenen Anbieterwechsler verdoppelte sich die Quote der Kunden, die zu einem Ökostrom-Anbieter wechseln jedoch. Dabei muss der Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter nicht unbedingt finanzielle Nachteile mit sich bringen. Viele Ökostrom- Tarife sind heute bereits deutlich günstiger als die Stromtarife der jeweiligen Grundversorger. Der Wechsel kann sich also lohnen.
In Deutschland gibt es zur Zeit nur eine Handvoll Anbieter, die zu 100% Strom aus regenerativen Energiequellen anbieten und diese intensiv mit dem Bau von neuen Anlagen fördern. Dazu zählen Greenpeace Energy, LichtBlick, Naturstrom und die EWS Schönau. Bei der Wahl dieser Anbieter kann man ganz sicher sein, dass man zum einen 100 Prozent Strom aus regenerativen Energiequellen erhält und darüber hinaus auch noch aktiv zum Ausbau der Anlagen beiträgt. Hat man sich für einen neuen Anbieter entschieden, übernimmt dieser im Regelfall sämtliche Modalitäten. Empfehlenswert ist ein Preisvergleich der aktuellen Stromtarife. (ok)




