Ökostrom: Netzbetreiber erwarten Anstieg der EEG-Umlage für 2013
Die Förderung von Ökostrom, die die deutschen Stromkunden über die EEG- Umlage auf ihrer jährlichen Rechnung mitfinanzieren müssen, könnte ab 2013 deutlich ansteigen. Die Netzbetreiber gehen davon aus, dass die EEG-Umlage auf 3,66 bis 4,74 Cent je Kilowattstunde ansteigen wird. Ein Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von rund 3.500 kWh müsste in diesem Fall 166 Euro pro Jahr für den Ökostrom-Ausbau bezahlen. In diesem Jahr beläuft sich die EEG-Umlage bei einer durchschnittlichen Familie auf ca. 120 Euro. Bis 2013 könnten die Kosten also um rund 46 Euro steigen. Die Zahlen stammen aus der aktuellen Prognose zur EEG-Umlage, die die Netzbetreiber Amprion, 50Hertz, Tennet und EnBW jedes Jahr im Herbst vorlegen.
Kurz nach dem Beschluss der Bundesregierung, aus der Atomkraft auszusteigen, erklärte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), dass der Ausbau der erneuerbaren Energien sich nicht durch steigende Kosten für die Verbraucher bemerkbar machen wird. Im kommenden Jahr wird die EEG-Umlage auch nur geringfügig um 0,062 Cent von derzeit 3,530 auf 3,592 Cent pro Kilowattstunde ansteigen. Den Anstieg erklärte das Bundesumweltministerium mit einem neuen Liquiditätspuffer. Er wird auf jede Kilowattstunde aufgerechnet, um ein Finanzpolster aufzubauen, das künftige Schwankungen auf dem EEG-Umlagekonto ausgleichen soll. Ohne den Puffer wäre die Umlage nicht angestiegen.
Sehr energieintensive Unternehmen werden durch die EEG-Umlage kaum belastet. Immer mehr Firmen aus der Stahl- und Chemie-Branche zahlen nur 0,05 Cent pro Kilowattstunde Strom. Dadurch steigen der Ökostrom- Branche zufolge die Kosten für die Verbraucher und Unternehmen, die nicht von den Ausnahmeregelungen profitieren, immer weiter an.
Bis 2020 soll der Ökostrom-Anteil in Deutschland auf 35 Prozent steigen und sich damit verdoppeln. Die Netzbetreiber prognostizieren, dass im Jahr 2016 ca. 94 Gigawatt Strom aus erneuerbaren Energien in die Netze eingespeist werden. Aktuell werden 59 Gigawatt produziert. Den meisten Ökostrom produzieren Windkraft- und Solaranlagen. Ihr Anteil stieg von zuletzt 88 Prozent auf aktuell 91 Prozent an. Der Rest entfällt auf Strom aus Biomasse, Wasserkraft, etc. (ok)




