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Öko-Test: Lederhandschuhe voll bedenklicher Inhaltsstoffe

Öko-Test: Lederhandschuhe voll bedenklicher Inhaltsstoffe
Naturprodukt Lederhandschuh? Das Verbrauchermagazin Öko-Test musste mehrfach das Gegenteil feststellen. (Foto: © WRW / Pixelio)

Der Winter steht vor der Tür und viele Verbraucher entscheiden sich für die kalte Jahreszeit Lederhandschuhe, weil sie der Meinung sind, dass dieses Naturprodukt am besten wärmt und zudem so gut wie gar nicht mit Schadstoffen belastet ist. Zumindest letzteres ist jedoch offenbar nicht richtig, wie ein aktueller Test des Frankfurter Verbrauchermagazins Öko- Test zeigt. Die Experten ließen 17 Paar gefütterte Lederhandschuhe aus Glatt- und Veloursleder im Labor auf bedenkliche Inhaltsstoffe untersuchen und wurden erschreckend häufig fündig.

Insgesamt erhielten nur 2 der untersuchten Handschuhe die Bestnote, die in diesem Fall allerdings auch nur “befriedigend” war. 13 Produkte fielen mit der Note “ungenügend” und 2 mit der nicht viel besseren Note “mangelhaft” durch. Fast alle der heutzutage im Handel erhältlichen Lederhandschuhe sind chromgegerbt – für Menschen mit empfindlicher Haut wie Neurodermitiker ist dies ein großes Problem. Aber auch die verwendete Farbe kann es in sich haben, denn viele Handschuhe enthalten den Farbbaustein Anilin, der als krebsverdächtig gilt.

Drei Hersteller (Capelli, Babour, C&A), die über die Ergebnisse der Analyse von Öko-Test informiert wurden, reagierten prompt und haben ihre Produkte vom Markt genommen. In den Handschuhen von Capelli wurden erhöhte Mengen des Schwermetalls Blei entdeckt und in den Handschuhen von Babour fand das Labor erhöhte Mengen Blei und das allergisierende o-Phenylphenol. Die Handschuhe von C&A enthielten mehr als 1 Prozent an als krebserregend geltenden kurzkettigen Chlorparaffinen. Der Einsatz dieses Stoffes in dieser Menge ist bei der Lederproduktion in Europa nicht erlaubt. Da die Handschuhe jedoch in China gefertigt wurden und sich das Gesetz nur auf die Produktion, nicht aber auf das Endprodukt bezieht, dürfen diese Handschuhe juristisch betrachtet in Deutschland verkauft werden. Dennoch hat C&A – ebenso wie Capelli und Babour – den Verkauf der Handschuhe sofort gestoppt.

Deutlich schadstoffärmer und somit auch gesünder wären pflanzlich gegerbte Lederhandschuhe, die es jedoch bislang nicht im Handel gibt. Obwohl es schon seit 2004 ein Siegel für Naturleder gibt, existiert bis heute noch kein Produkt, das mit diesem Siegel ausgezeichnet ist. Die Industrie argumentiert stets mit den natürlichen Merkmalen von pflanzlich gegerbtem Leder, denn die hier sichtbaren Unregelmäßigkeiten würden von den Verbrauchern als Fehler bewertet und somit als minderwertig wahrgenommen werden, erklärt ein Experte gegenüber Öko-Test. Die einzige Möglichkeit, dies zu ändern, liegt in der Erhöhung der Nachfrage nach solchen Produkten. Deshalb sollten Verbraucher im Handel explizit nach pflanzlich gegerbten Handschuhen fragen, um so die Hersteller darauf aufmerksam zu machen, dass es eine Nachfrage gibt. (mh)