Öko-Test: Hohe Schadstoffbelastung in Krabbeldecken
Viele Eltern nutzen Krabbeldecken, auf denen ihr Baby auch mal länger gemütlich liegen und seine Umgebung interessiert beobachten kann. Dabei greift es gerne mal in die Decke oder nimmt sogar eine Ecke oder aufgenähte Figuren / Muster in den Mund. Umso wichtiger, dass die Krabbeldecke frei von Schadstoffen ist. Das Frankfurter Verbrauchermagazin Öko- Test hat 17 Krabbeldecken getestet und kam zu einem erschreckenden Ergebnis: Die Decken wiesen teilweise eine so hohe Schadstoffbelastung auf, dass eine mit der Note “mangelhaft” und ganze sieben Decken mit der Note “ungenügend” mit Pauken und Trompeten bei dem Test durchgefallen sind. Nur ein Modell erhielt die Bewertung “ausreichend”, drei sind “befriedigend” und fünf waren “gut”.
Die Liste der Schadstoffe, die im Rahmen des Tests in den Krabbeldecken gefunden wurden, ist lang. Neben dem allergieauslösenden und krebs- erzeugenden Formaldehyd, wies das Labor auch das giftige Halbmetall Antomin nach, das unter dem Verdacht steht die Haut- und Schleimhäute zu reizen. Letzteres wurde in allen Decken gefunden, in deren Füllung oder Oberstoff Polyester verarbeitet wurde. Auch Krabbeldecken mit einer PVC-Unterlage sind nicht zu empfehlen, denn sie enthielten stark erhöhte Mengen an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), von denen einige als krebserregend gelten.
Drei Decken im Test dürften sogar gar nicht verkauft werden, wie z.B. die Krabbeldecke “Pferd Paula” von Sterntaler, die eine erhöhte Menge des fortpflanzungsgefährdenden Weichmachers Diethylhexylphthalat (DEHP) enthielt. Das gleiche gilt für das Modell “Sternenbär” von Roba. Auch das Modell “Little Garden” von Nattou, in dem ein viel zu hoher Wert des Azo- Farbbausteins p-Aminoazobenzol festgestellt wurde, dürfte nicht im Handel sein. Die Substanz hat sich als krebserregend herausgestellt.
Der Test der Krabbeldecken hat auch gezeigt, dass teure Produkte keineswegs automatisch gut sein müssen. Das teuerste Modell im Test, die Sigikid Decke Bungee Bunny (rosa) für stolz 77,99 Euro fiel wegen ihres Formaldehyd-Anteils ebenso sang- und klanglos durch wie deutlich günstigere Produkte. Zumindest den Praxistest haben die vier Decken, an denen zusätzliche Spielelemente angenäht waren, alle bestanden. Bei keiner Decke besteht die Gefahr, dass Babys die angenähten Kleinteile versehentlich abreißen und verschlucken können. (mh)




