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Studie: Deutsche Bahn bis 2030 nur mit Ökostrom ist möglich

Studie: Deutsche Bahn bis 2030 nur mit Ökostrom ist möglich
Laut einer Studie, die im Auftrag von Greenpeace erstellt wurde, könnte die Bahn bis 2030 komplett mit Ökostrom fahren. (Foto: © Erich Westendarp / Pixelio)

Laut einer Studie des Hamburger arrhenius-Instituts, die im Auftrag von Greenpeace durchgeführt wurde, ist es durchaus machbar, dass die Deutsche Bahn, der größte Stromverbraucher in Deutschland, ihren Strombedarf bis zum Jahr 2030 zu 100% mit Ökostrom deckt. Wie ein Sprecher der Umweltschützer erläutert, könnte der Wechsel von Atom- und Kohlestrom auf erneuerbare Energien noch schneller fortschreiten, wenn mehr Investitionen in Windkraftanlagen getätigt werden würden. So könnten die Kosten für die umweltfreundliche Stromversorgung mit denen für konventionellen Strom vergleichbar gemacht werden, heißt es. Um die Stromversorgung der Deutschen Bahn komplett aus erneuerbaren Energien zu deckenn, müsste die Bahn jedes Jahr 500 Megawatt aus Windkraft installieren. Diese Leistung entspricht ungefähr der eines kleinen Braunkohlekraftwerks. Zusätzlich werden Investitionen in Windgas-Kapazitäten vorgeschlagen, so dass der schwankende Windstrom gespeichert werden kann.

Greenpeace-Energieexperte Andreas Böhling bezeichnet die bisherigen Aktivitäten der Deutschen Bahn in Sachen Energie- und Klimapolitik als eher “zaghafte Schritte”, die weniger ernsthafte Bemühungen darstellen, sondern “vor allem grüne PR” seien. Aktuell stamme immer noch 15% des Stroms, den die Deutsche Bahn verbraucht, aus Atomkraftwerken und 49% werden aus Braun- und Steinkohlekraftwerken bezogen.

Ein Bahnsprecher hält die Studie für unrealistisch, vor allem die von den Experten kalkulierten Kosten in Höhe von 15 Milliarden Euro seien nicht durchsetzbar. Nicht nur, dass die geforderte Menge an neu installierter Windkraft etwa ein Drittel der bereits vorhandenen Windkraftanlagen entspricht, auch das Netz müsste ausgebaut werden. Zudem müssten Investitionen in dieser Höhe auf die Fahrpreise umgelegt werden, und ein solcher Anstieg könne man den Bahnkunden wohl kaum vermitteln, so der Sprecher des Unternehmens.

Diese Argumentation hält Böhling für vorgeschoben, da ihm zufolge nur etwa 10% der Ticketpreise von den Energiekosten abhängen. Auch eine kürzlich vorgestellte Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Bis zum Jahr 2020 könne die Deutsche Bahn den Anteil an umweltfreundlichem Ökostrom in ihrer Stromversor- gung auf 27-43% erhöhen - und das mit nur geringen Mehrkosten. (mh)