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Einsatz fluorierter Treibhausgase wieder gestiegen

Einsatz fluorierter Treibhausgase wieder gestiegen
Der Einsatz von Fluorkohlenwasserstoffen (FKW und HFKW) ist gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Prozent angestiegen. (Foto: © Gnubier / Pixelio)

Wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt hat, sind in Deutschland 2010 rund 9.884 Tonnen Fluorkohlenwasserstoffe (FKW und HFKW) eingesetzt oder verarbeitet worden. Das entspricht einer Zunahme von 5,3% gegenüber dem Vorjahr. 2009 sank der Einsatz dieser Stoffe wegen der schlechten konjunkturellen Lage um 6,8% gegenüber dem Vorjahr. 74% der in 2010 verwendeten Fluorkohlenwasserstoffe kamen als Kältemittel (in Kühlschränken oder Klimaanlagen) zum Einsatz. Etwa 20% wurden bei der Kunst- und Schaumstoffproduktion genutzt, unter anderem für aufgeschäumte Dämmplatten, die bei der energetischen Isolierung von Gebäuden zur Wärmedämmung eingesetzt werden. Die übrigen 6% stammen aus dem Einsatz als Treibmittel für Aerosole.

Darüber hinaus wurden 2010 rund 13% mehr Schwefelhexafluorid (SF6) abgesetzt, nämlich insgesamt 1.073 Tonnen. Das Gas wird vor allem als Isoliergas in der Mittel- und Hochspannungstechnik eingesetzt. SF6 gilt als das stärkste bisher bekannte Treibhausgas, innerhalb von 100 Jahren trägt es etwa 23.900 Mal stärker zum Treibhauseffekt bei als das besser bekannte Kohlendioxid (CO2). Umgerechnet entspricht die im letzten Jahr abgesetzte Menge somit 25,7 Millionen GWP-Tonnen. Mit GWP (= Global Warming Potential) wird das relative Treibhauspotential angegeben, mit dem eine bestimmte Menge im Vergleich zu CO2 zum Treibhauseffekt beiträgt. Fluorierte Treibhausgase werden erst dann gefährlich für die Umwelt und das Klima, wenn sie aus den geschlossenen Systemen, in denen sie verwendet werden, austreten und in die Atmosphäre freigesetzt werden, wo sie eine hohe Verweildauer aufweisen. Die Verweildauer von SF6 in der Atmosphäre beträgt z.B. 3.200 Jahre. Sie werden deshalb als “potenziell emissionsrelevant” bezeichnet.

Im 1997 beschlossenen Kyoto-Protokoll wurde die Menge des maximal erlaubten Ausstoß von Treibhausgasen in Industrieländern festgelegt. Dieser betrifft neben Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O) auch Fluor- kohlenwasserstoffe, perfluorierte Kohlenwasserstoffe und SF6.

Die Vertragsstaaten haben sich darauf geeinigt, diese Treibhausgas- emissionen von 2008 bis 2012 um durchschnittlich 5,2% unter das Niveau von 1990 zu senken. Die gesamte EU soll ihre Emissionen in dieser Zeit um 8% verringern, wobei sich die Ziele der einzelnen Staaten deutlich voneinander unterscheiden. Während sich Deutschland beispielsweise zu einer Emissionsreduktion um 21% verpflichtet hat, wollte Großbritannien seine Emissionen um 12,5% senken. Die fluorierten Kohlenwasserstoffe, die inzwischen weitgehend die Fluorchlorkohlenwasserstoffe abgelöst haben, tragen aktuell ca. 10% zur Erderwärmung bei. (ok)